Full text: Volume (Bd. 25 (1872))

Königreich Sachsen. Art. 351, 354.

251

Käufer die Waare beanstandet," d. h. wenn er dieselbe für nicht,
empfangbar erklärt, hin. A.
Art. 351.*)
Sackleihgebühr.
Erk. des Ob.-App.-Ger. zu Dresden vom 7. Juli 1869.
Annalen des K. Sächs. Ob.-App.-Ger. R. F. Bd. 8.
S. 139.
Hatte die Erfüllung des fraglichen Handelsgeschäfts in Pesth
zu erfolgen, so konnte auch Kläger erst von dem Zeitpunkte ab,
zu welchem die von ihm an den Beklagten zu übersendende Waare
von Pesth abging, die von ihm angeblich bedungene Sackleihgebühr
in Anspruch nehmen. Es mag auch Kläger nicht, wie er gethan,
hiergegen einhalten, daß es für ihn äußerst schwierig gewesen sein
würde, den Zeitpunkt, zu welchem jede einzelne von ihm etwa
unterhalb Pesth aufgegebene Quantität Getreide Pesth passiren
werde, zu ermitteln. Denn eines Theils würde die vorhandene
Schwierigkeit der Controle nach der bezeichneten Richtung für den
Beklagten nicht zum Nachtheil gereichen dürfen, und anderntheils
läßt sich eine solche erhebliche Schwierigkeit nicht einmal ohne
Weiteres anerkennen, da es voraussichtlich dem Kläger nicht schwer
fallen könne, durch geeignete Erkundigung bei den betreffenden
Eisenbahnverwaltungen zu eonstatiren, zu welcher Zeit die in
Frage kommenden Züge durch Pesth durchgegangen seien.
Das Sackleihgeschäft als Handelsgeschäft. Archiv. 21. Bd.
S. 103. A.
Art. 354.
Berechtigung des Verkäufers bei Dispositionsstellung
des Käufers.
Erk. des L)b.-App.-Ger. zu Dresden vom 3. Sptbr. 1870.
in S. E. 1. F.
Wochenblatt f. merkwürd. Rechtsfälle 1872. S. 157.
Die Art. 343 und 354 geben dem Verkäufer (einer fremden
*) Den Käufer treffen unter andern auch die Kosten der Verpackung, in-
sofern dieselben nicht zum Zweck der Uebergabe, sondern mit Rücksicht auf die
Versendung augewendet werden. — Motive zum Preuß. Entw. S. 193.

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