Full text: Volume (Bd. 22 (1871))

38 Bezirk des H.-A.-G. zu Nürnberg. Art. 421, 272, Nr. 3.
nicht ersichtlich ist, wie die Ablieferung an Einen der Käufer und
Adressaten statt an Beide einen Anspruch aus Ersatz des vollen
Wertstes der Waare sollte begründen können, hat die Beklagte
durch die Ablieferung, wie sie in der That erfolgte, die übernom-
mene Verbindlichkeit vollständig erfüllt.
Nach dem Klagsvorbringen standen nämlich Salheim und
Stenner mit dem Kläger in handelsgeschästlichen Beziehungen und
Beide hatten in diesem handelsgeschästlichen Verkehre das in
Frage stehende Eisen von Letzterem gekauft.
Sollte daher auch zwischen Salheim und Stenner eine offene
Handelsgesellschaft nicht bestehen, so ist doch nicht zu bezweifeln,
daß dieselben zu dem bezeichnten Handelsgeschäfte für gemein-
schaftliche Rechnung vereinigt waren.
Nach Art. 269 des H.-G.-Bs. ist aber, wenn in einer solchen
Vereinigung alle Theilnehmer gemeinschaftlich gehandelt haben,
jeder Theilnehmer Dritten gegenüber solidarisch berechtigt und
verpflichtet, Stenner war daher auch allein zur Empfangnahme
der gekauften Waare befugt, und die an ihn erfolgte Aushändigung
derselben kann demzufolge in keiner Weise von dem Kläger bean-
standet werden.
Somit erweist sich die von dem Kläger gegen das erstrichter-
liche, die beklagte Gesellschaft von der Klage entbindende Erkennt-
nis als unbegründet.

Art. 421, 272 Nr. 3.
Postvereinsvertrag vom 18. August 1860 im Zusammen-
halt mit dem Postvertrag zwischen dem norddeutschen
Bund und Bayern vom 23. November 1867. Telegra-
phenvereinsvertrag vom 30. Sepbr. 1865. Haftpflicht
der Telegraphenanstalt für Unterlassung der Zustellung
einer Depesche und beziehungsweise der Postanstalt für
Nichtbeachtung einer ihr behändigten telegraphischen
Nachricht. Umfang dieser Verbindlichkeit.
Der Kaufmann Elias Goldberg hatte am 19. August 1867
ein Colli K. N. K. Nr. 365 unter der Adresse „Kasimir Würth
in München" der Post in Hamburg zur Beförderung übergeben,
jedoch am 21. dess. Monats Vormittags 10 Uhr das Oberpost-

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