Full text: Volume (Bd. 22 (1871))

336 Großherzogthum Baden. Art. 343. 346. 355. 356.
Nachdem die Beklagten mit Brief vom 22. Juni d. I. den
Klägern die Faktura über 924 Zollcentner Korn mit 2514 Thlr.
18 Sgr. übersendet und dieselben von der Verzögerung der Ab-
fahrt des Schiffers durch Aufnahme von Beiladung in Kenntniß
gesetzt hatten und nachdem die Spediteure der Beklagten, Gebr.
Heuser, den Klägern mit Brief vom 25. Juni d. I. angezeigt
hatten, daß sie von den Beklagten das Conossement über 924
Centner losgeschütteten Roggen pr. Schiffer Ed. Weisbarth, Schiff
Apollo indossirt an die Kläger übergeben erhalten haben, welches
sie den Klägern nach Ankunft des Schiffes in Duisburg und nach
Uebergabe der Rimessen laut Factura aushändigen würden, traf
Weisbarth am Samstag, den 3. Juli d. I. mit der Ladung am
Bestimmungsort ein, wovon die Kläger durch Gebrüder Heuser
avisirt wurden. Die Kläger ließen am Montag den 5. Juli den
Roggen einsehen und behaupten, ihr Bevollmächtigter habe den
Gebr. Heuser Namens der Kläger erklärt, daß diese die Waare
beziehen und nach der getroffenen Bestimmung den Betrag des
Kaufpreises in 1 Monat Bankrimefse an die Beklagten einsenden
würden, während die Beklagten auf den Grund des von Gebrüder
Heuser erhaltenen Briefes vom 5. Juli behaupten, daß die
Kläger nach Besichtigung des Roggens zu Gebr. Heuser nicht zu-
rlickgekehrt und eine Erklärung nicht abgegeben habeil. Am 7. Juli
d. I. ließen die Kläger durch ihren Spediteur H. Milchsack in
Ruhrort den Gebr. Heuser den Kaufpreis in zwei auf Sal. Op-
penheim Io. tu Cöln gezogenen Wechseln anbieten, allein Gebrüder
Heuser verweigerten auf die von den Beklagten erhaltenen Weis-
ungen hin sowohl die Annahme derselben als die Aushändigung
des Conossements, welche Weigerung die Beklagten auf die erhal-
tene Nachricht von dem Angebot der Wechsel mit Telegramm vom
7. Juli mit den Worten wiederholten: „verabfolgt Rosenberg keinen
Roggen mehr, sind Verbindlichkeiten nicht nachgekommen." Nun-
mehr sahen sich die Kläger im Hinblick auf Art. 356 des H.-G.-Bs-
veranlaßt, den Beklagten in dem mit der Klage vorgelegten Briefe
vom 9. Juli d. I. eine letzte Lieferungsfrist von zweimal 24
Stunden zur Nachholung der versäumten Lieferung zu setzen, allein
die Beklagten ließen auch diese Frist verstreichen und erwiderten
den Klägern mit Brief vom 10. Juli, daß sie über die Waare

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