Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 22 (1871))

"304 Großherzogthum Baden. Art. 208.
Spricht schon das Gesetz zu Gunsten des klägerischen Begeh-
rens, so tri:t auch der Gesellschastsvertrag diesem Begehren zur
Seite. Derselbe gibt in Art. 9 sür den Fall des Todes eines der
Gesellschafter besondere Bestimmungen über die Rechte der Erben
desselben und fährt in Art. 10 fort: „Im Falle einer sonstigen
Auslösung der Gesellschaft geschieht die Liquidation ganz nach
den Vorschriften der Art. 133—145 des H.-G.-Bs."
Vgl. Annalen Bd. 35 S. 361.
Art. 208.
Die Actienzeichnung ist nur dann verbindlich, wenn sie
schriftlich geschieht.
Annalen XXXVI. 335.
Die Murgthaleisenbahngesellschaft klagte gegen Wendel und
Genossen die angeblich von diesen gezeichneten Actieubeträge von
1000 Fl. bezw. 500 Fl. ein. Nachdem klagender Seits erläuternd
vorgetragen war, daß die Comitemitglieder der klagenden Gesell-
schaft es waren, welche die von den Beklagten mündlich offerirten
Beträge in ein Berzeichniß eingetragen hatten, wurde die Klage
vom Kreisgerichte Baden abgewiesen.
Da Art. 208 bestimmt, daß zur Actienzeichnung eine schrift-
liche Erklärung genüge, so ist ausgesprochen, daß, wenn weniger
als eine schriftliche Erklärung vorhanden sei, mithin ein blos
mündliches Versprechen nicht genüge, um eine beide Theile bindende
Zusage daraus abzuleiten, wie auch schon der gesetzliche Ausdruck
„Actienzeichnung" andeutet.
Auch in Wissenschaft und Praxis wird Art. 208 in dem er-
wähnten Sinne aufgefaßt, indem ausdrücklich hervorgehoben wird,
daß zur Rechtsverbindlichkeit des Beitritts eines Actionärs schrift-
liche Zeichnung erforderlich sei, ohne Unterschied der Größe des
Betrags.
Renaud, Actiengesellschaften, S. 209.
v. Hahn, Commentar I, S. 433.
Endemann, Handelsrecht, S. 286.

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