Full text: Archiv für Theorie und Praxis des allgemeinen deutschen Handelsrechts (Bd. 22 (1871))

Bezirk des H.-B.-G. zu Nürnberg. Art. 355 bis 357, 278. 15-
nungsmäßigkeit umgeslürzt werden könnte. Es muß sich deßhalb
auch in Fällen der angeregten Art der Kaufmann bequemen, je
nach Berfall einer einzelnen Leistung dem Gegentheil die
Absicht über sein weiteres Verfahren entsprechend kund zu geben,
widrigenfalls derselbe den Verlust des in Art. 356 in Berücksich-
tigung gezogenen Wahlrechtes nur sich selbst beizumessen hat.
Die Folgen seiner Unterlassung können nun nicht dadurch
als beseitigt erachtet werden, daß nachträglich sestzustellen gesucht
wird, es sei dem Verkäufer die Ausführung der späteren Liefe-
rungen ja ohnehin unmöglich gewesen, da abgesehen davon, daß
es immer dahin gestellt bleibt, ob dieser sich eine gleiche, dem
Käufer genehme Waare nicht anderwärts hätte verschaffen können,
die Befugniß des Käufers zur Verfolgung eines bestimmten An-
spruches von der Beobachtung eines ihm obliegenden Verhaltens
bedingt ist, er sohin zu diesem Behufe dasselbe auch zn wahren
hat, und Umstände, die außerhalb des Kreises seiner bezüglichen
Thätigkeit liegen, gewissermaßen deren Ersatz oder Ergänzung nicht
herbeiführen können.
Art. 355 bis 357, 278.
Nach Beseitigung von Differenzen wegen verspäteter
Ankunft bestellter Waaren durch Vergleich ist der Käufer
wegen neuerlicher Verzögerung in Uebergabe der Waaren
an sich nicht befugt, von dem späteren Uebeinkommen
sofort wieder abzugehen.
Nach den Erklärungen der Parteien wurden die unterm 20.
August 1867 von dem Kläger auf Bestellung an den Beklagten
übersendeten und nach des Letzteren Behauptung am 4. Septbr.
1867 in München eingetroffenen Waaren von diesem wegen an-
geblich verspäteter Lieferung nicht angenommen und deßhalb von
der Hauptgüterexpedition dem Spediteur K. in München auf
Lager gegeben; am 10. September kam jedoch zwischen dem Be-
klagten und dem Vertreter des Klägers in München ein Ueberein-
kormnen zu Stande, nach welchem Ersterer sich bereit erklärte, die
unterm 20. August übersendeten Waaren gegen eine bestimmte,
ihm von Letzterem bewilligte Preisminderung anzunehmen.
Beklagter hielt sich trotz desselben der gedachten Verbindlich-

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