Full text: Volume (Bd. 22 (1871))

Entscheidungen des B.-O -H.-G. Art. 300. 175
Comp der Klägerin unter dem 24. November 1866 brieflich er-
theilte Auftrag dahin gegangen ist, die von K. und Comp, auf sie,
die Klägerin, zu ziehenden Tratten vorkommenden Falles zu Lasten
der Auftraggeber zu schützen, ist nun allerdings die Ermächtigung
der Angewiesenen, diese Tratten auf Vorlegen zu acceptiren
und dadurch dem Anweisungsempfänger gegenüber zu deren künf-
tiger Honorirung sich unwiderruflich zu verpflichten, außer Zweifel.
Es kann auch unter den besonderen Umständen des hier in Rede
stehenden überseeischen Verkehrs dem Interesse der anweisenden
Handlung entsprechend gewesen sein, wenn Klägerin, wie sie be-
hauptet, dem Anweisungsempfänger gegenüber, ohne alle Ver-
anlassung Seiten desselben, mittels Briefs vom 1. Dezember
1866 anerkannt hat, daß dieser für die von F. Sch. und Comp,
erhaltenen Ankaufsordre aus sie, die Klägerin, zu remboursiren
habe. Allein immerhin ward Klägerin durch eine in dieser Maße
eingegangene eigene Verpflichtung, deren Entstehung vorausgesetzt,
der Verbindlichkeit nicht enthoben, das Interesse ihrer Auftrag-
geber zu wahren, wenn und soweit es mit dieser Verpflichtung
vereinbar war. Die Anweisung ist, wie Klägerin selbst geltend
macht, eine Unterart des Mandatsvertrags, bei welchem die ge-
treue Wahrung des durch die Instruction ausgesprochenen oder
sonst aus der Natur des Geschäfts erkennbaren Interesse des Man-
danten der leitende Gesichtspunkt für das Verhalten des Manda-
tars bleibt.
Klägerin war nun aber wohl im Stande, im unzweideutig
ausgesprochenen Interesse von F. Sch. und Comp, den von diesen
ausgegangenen, mittelst Briefs vom 10. Februar 1867 ihr be-
kannt gemachten Widerruf der Anweisung beachten zu können.
Denn K. und Comp, hatten auf sie, wie eingeräumt ist, über-
haupt nicht trassirt, sondern einfach Gutschrift des Einkaufscom-
missionsbetrags in laufender Rechnung verlangt. Klägerin war
daher ebenso verpflichtet, als thatsächlich in der Lage, bevor sie
diese Gutschrift bewirkte, durch Vernehmung mit Sch. und Comp,
sich sowohl über den wahren Sachverhalt zu unterrichten, als der
Vertretung und Schadloshaltung für den Fall zu versichern, daß
sie in Folge ihrer Weigerung etwaigen Ansprüchen von K. u. Comp,
ausgesetzt würde. Zwar wendet Klägerin hiergegen noch ein, daß

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer