Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1805))

— -r —'
*ien wechselseitig in gleichen Verhältnissen
gestanden hätten; so wären beyde auch in
Hinsicht des Actes» welcher der Ausführung
zunächst vorherging, in einem gleich straf-
baren conatu proximo befindlich gewe-
sen. Da der eine von ihnen aber ein strafba-
reres Verbrechen intendirte, so war sein cona-
tus proximus auch strafbarer, und er würde
eine grössere Strafe haben leiden müssen;
wenn es bloss beym Versuch gehliehen, und
keine Tödtung erfolgt wäre, als wie der andre.
Eben deshalb aber auch muss wegen dieses
strafbareren Versuchs bey ihm die gemeine
Strafe für einen einfachen Mord einen schär-
fenden Zusatz erhalten. Hätte der Verbre-
cher,, welcher einen Vatermord bezweckte,
aus Irrthum die fremde Person nicht erschos-
sen, hätte im Gegentheil der Schuss gar nicht,
öder nicht tödlich verwundet; so müsste ihn
schon gesetzlich für seinen nächsten Versuch
eine Todesstrafe treffen; da aber dieser näch-
ste Versuch zugleich in ein anderes Verbre-
chen übergegangen ist, welches gleichfalls von
den Gesetzen mit dem Tode bedroht ist, zwey
Todesstrafen aber nicht an dem nämlichen Sub-
jecte angewendet werden können; so muss
jetzt die Todesstrafe für den nächsten Versuch
in einen schärfenden Zusatz verwandelt wer-
den,' welcher mit der,ordentlichen Strafe für
den einfachen Mord verbunden wird Der

%

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer