Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1805))

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als sie Ursache von einer Verringerung
fl er ordentlichen gesetzlichen Strafe seyn kön-
nen. Es soll hier demnach eine Beantwortung
der Frage versucht werden: wann und unter
welchen Umstünden kann IVrlhum und Unwis-
senheit einen Grund ahgehcn, die gesetzlich
bestimmte. Strafe, zu mildern, und weichte Be-
dingen werden hiebey erfodert ?
In der Hegel kann so wenig Irrthum als
Unwissenheit einen Grund zur Milderung der
Ordentlichen Strafe hervorbringen , denn jeder
Burger im Staate ist verpflichtet, denjenigen
Grad von Aufmerksamkeit anznwenden, durch
welchen er in den Stand gesetzt wird, Kennt-
Tiiss von denjenigen zu erlangen, was er ihun
und was er unterlassen soll, um in beyden
Fallen nicht gegen die Gesetze zu handeln.
Der Staat ist nur verbunden, dem Ganzen
seinen Willen zu erkennen zu geben, dass der
Einzelne zu dieser Erkenntuiss gelange,
dafür kann jener unmöglich sorgen, sondern
dies liegt dem Individuum selber ob. Ilat der
Staat für seine Bewohner das Gesetz promul-
girt, so hat er genug gethan; dass der einzel-
ne Bürger jetzt gleichfalls eine nähere Kennt-
niss von dem Gesetze erhalte, dass er jetzt er-
fahre, was denn der Staat gebiete, und was er
verbiete, hiernach muss er selber streben.
Wer demnach wider ein bestimmtes Strafte-
setz gehandelt hat, dem kann hernach dis

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