Full text: Archiv für Freunde der Philosophie des Rechts und der positiven Jurisprudenz (Bd. 1, St. 1 (1805))

SS
III,

i

Ueber Irrthum und Unwissenheit, und deren Ein*
fluss auf die Zurechnung einer rechtswidrigen
Handlung.
Irrthum und Unwissenheit können, so wie
manche andre Zustände, zuweilen bey einer
an und für sich strafbaren Handlung, alle Zu-
rechnung ausschliessen. Wer bey einer rechts*
widrigen Handlung in dem Glauben stand,
sie sey erlaubt, und wer sich in einer Lage
befand, die es ihm unmöglich machte, eine
bessere Einsicht von der Nichtigkeit seines
Glaubens zu erhalten, oder wer trotz aller
Mühe die er anwandte, um zu dieser bessern
Kenntniss von der Rechtswidrigkeit seiner
That zu gelangen, dennoch dieselbe nicht er*
reichen konnte, der befindet sich in einem
Zustande unverschuldeten Irrthums, und ver*
zeitlicher Unwissenheit, und seine Handlung
kann ihm so wenig zugerechnet werden, wia
dem Rinde die Uebeytretung eines Strafgese*
tzes, Beyde wussten nicht, was sie thäten.
Der Zweck des gegenwärtigen Aufsatzes
soll nicht dahin gehen, darüber ausführlich zu
reden, Wann Irrthum und Unwissenheit einen
Grund abgeben dürfe, alle Zurechnung bey*
einer an sich verbotenen Handlung aufzube*
hen: sondern wir wollen jene beyden Zustän-i
de hier nur insofern in Betrachtung ziehen,

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