Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1805))

sten, Welche annehmen, dass derjenige wel-
cher zuerst tödlich verletzte, der Todsöhla«
ger 86V, in concreten Fallen Recht haben kön-
nen; es folgt ferner hieraus, dass IT. Feu-
erbach, welcher das entgegengesetzte F»
trem annimmt, in concreto Recht haben kann ;
es ergiebt sich endlich aber auch hieraus, dass
die Vertheidiger beyder Meinungen bey einein
Falle in concreto eine den gesetzlichen Bestim-
mungen zuwider laufende Entscheidung ge-
macht haben können.
Allein was sagt die L. 11. §.5. D. ad L.
Aquil. auf welche, Hr. Feuer hach sich zur
Unterstützung seiner Behauptung beruft, in
dieser Hinsicht? Nach meiner Ueberzeugung
stellt dies Gesetz die nämlichen Grundsätze
auf, welche, wie ich glaube, die Karolina im
angeführten Artikel bezeichnen will. Das Ge-
setz lautet nämlich so: „Celsus scribit: si alius
mortifero vulnere percusserit, alius, postea exa-
nimaverit, priorem quidem non teneri, quasi
occiderit, sed quasi vulneraverit, cfuia ex alio
■vulnere 'periit; posteriorem teneri; quia occi-
dit?' Aus den Worten dieses Gesetzes leuch-
tet deutlich hervor, dass es den Fall unterstellt,
zwey Menschen haben eine Person zwar beyde
tödlich verwundet, allein weil die letzte Wun-
de von der Beschaffenheit gewesen ist, dass
sie früher den Tod zur Folge hstttq, als die er-
ste, dass sie demnach zunächst den Tod he-

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