Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1805))

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welcher das Gegentheil annimmt, durchaui
Recht, und zwar aus dem Grunde, weil zu-
weilen beyde Partheyen, zuweilen aber auch
k« ine von beyden Recht haben kann. Ich
glaube nämlich, dass Karl durch die mehr-
mals angeführten Worte des Art. 14g. folgen-
des bat bezeichnen wollen : wenn Mehrere
dem Getödteten absolut tödliche Wunden bey-
gebracht haben, und es kann ausgemittelt wer-
den, durch welche sonderliche Hand
und That der Verletzte des Lebens beraubt
worden sey, das heisst , welche von den meh-
reren absolut tÖdllichen Wunden die nächste
unmmittelbare Ursache von dem erfolgten To-
de gewesen ist; so soll der Urheber dieser zu-
erst unmittelbar tödlichen Wunde mit dem
Schwerdte, als der eigentliche Todschla-
£er, die andern Verwundet aber Sollen will-
jtührlich bestraft werden. Kann es aber nicht er-
wiesen werden, wer diejenige Wunde zufügte,
welche zunächst den Tod zur Folge hatte, so
sollen alle diejenigen als die eigentlichen Tod-
schläger angesehen werden, von denen es er-
weisslich ist, dass sie absolut tödtliche Wunden
zugefügt haben. Diese in der That sehr zweck-
mässige’ Berücksichtigung des Gesetzgebers,
drückt der Sinn der Worte aus; „von wel-
cher sonderlichen Hand und That er ge-
storben wer. " Denn die Worte sonderli-
che Hand und That können nach dem

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