Full text: Archiv für Freunde der Philosophie des Rechts und der positiven Jurisprudenz (Bd. 1, St. 1 (1805))

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sey, um der Bibel habhaft zu werden. Zum
Glück war der Klager grade verreisst, dessen
Frau aber mit der er, beyläufig gesagt, nicht
die beste Ehe führte, und welche schon hin
und wieder erklärt hatte, dass sie von ihrem
Manne sich wolle scheiden lassen, war zu
Hause. Der Richter, welcher ein thätiger
Mann war, und gerne mehr Licht in dieser
Sache haben wollte, glaubte keine Zeit ver-
lieren zu müssen, und eilte selber zu der Frau,
des Klägers, nachdem er von dem Beklagten
die Versicherung erhalten hatte, dass die Bi-
bel der Frau sehr gut bekannt sey, und sie es
wisse, dass er vor einigen fahren ihrem ver-
storbenen Vater damit ein Geschenk gemacht
habe. Dis Frau des Klägers bestätigte diese
Aussage vollkommen, und sie ging selber mit
dem Richter in ein Zimmer, worin sich, nebst
mehrern andern Sachen ihres Vaters, auch
eine kleine Bibliothek desselben befand, um
die Bibel zu zeigen.. Man fand ungeachtet
alles Suchens aber nur den zweyten Theil, ob-
gleich die Frau versicherte, noch lange nach
ihres Vaters Tode beyde Theile gesehn, und
. selber in Händen gehabt zu haben. Das Buch
hatte einen goldenen Schnitt, auch fand sich
gleichfalls vor dem zweyten Theile der Name
und das Pettschaft des ehemaligen Besitzers
auf einem weissen Blatte. Die Frau des Klä-
ger^ versicherte zugleich auf Anfrage des Rich-
ters , dass sich vor dem ersten Theile ebenfalls
der Name des Schenkers befinde,' uhd dass sie
diesen Namen noch nach dem'Tode ihres Va-
ters in der'Bibel gefunden habe. Man suchte
zwar jetzt das Zimmer des Klägers vorläufig

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