Full text: Archiv für Freunde der Philosophie des Rechts und der positiven Jurisprudenz (Bd. 1, St. 1 (1805))

Beklagte seinen Namen könne geschrieben ha-
ben. Kr trägt die gemachte Entdeckung und
seine Muthmassungen dem Kollegio noch ein-
mal vor; dies findet jenen Umstand allerdings
von Wichtigkeit, und inan beschliesst das Pa-
pier zurückzusenden, und deshalb eine ge-
nauere Untersuchung zu lodern.
Der Richter, be,y dem die Sache anhängig
ist, lässt den Beklagten zu sich fo.Vrn, und
zwar privatim, unterhält sich mit ihm wegen
des Prozesses, und fragt denselben endlich wie
von ohngefäbr, ob er vielleicht gewohnt sey,
in manche Bücher, die er besitze, vorne sei-
nen Namen einzuschreiben, und seinPettschaft
dabey zu drücken. Der Kaufmann bejaht
diese Frage, und lässt zum Beweise seiner Be-
hauptung sogleich seine kleine Handbibliothek
die freylich nur in einer Bibel, zweyen Ge-
sangbüchern und einigen häuslichen Erbau-
ungsschriften bestand, herbeyholen. Alle Bü-
cher hatten einen goldenen Schnitt, und in
allen befand sich auch vorne auf einem weis-
Sea Blatte der Name und das Pettschaft ihres
Eigentümers. Dass der Beklagte also ge-
wohnt sey, seinen Namen vor seine Bücher zu
schreiben, dies war offenbar; allein hiemit
war hoch nichts weiter gewonnen, denn alle
jene Bücher waren unverletzt, es war weder
vorn noch hinten ein Blatt ausgeschnitten, der
Kaufmann versicherte, weiter keine Bücher
zu besitzen, konnte sich auch nicht erinnern,
jemals andre gehabt zu haben, in welchen sich
gleichfalls sein eigenhändiger Name nebst
Pettschaft befunden habe. Der Richter ent-
liess ihn, mit der Erinnerung, nichts von ih-

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