Full text: Archiv für Freunde der Philosophie des Rechts und der positiven Jurisprudenz (Bd. 1, St. 1 (1805))

dieselben mit riftöglichster Kürze, um deswillen
vorausschicken, in« uns so den Weg zu dem
Folgenden bahnen zu können. Ob diese Grund-
sätze richtig sind oder nicht* darüber werden
wir nächstens in einer ausführlichem Abhand-
lung Gelegenheit haben ein Wort zu sagen.
Hier sollen sie nur alp Eingang zu folgendem
Fall dienen* um dadurch das Unvollständige
dieser Lehre wenigstens zu zeigen.
Der Hirte eines gewissen Dorfes fasste den
Vorsatz, den Schulzen eines andern Dorfes,
das ungefehr eine-hslhe Stunde von dem Wohn-
orte des Hirten entfernt war* zu bestehlen.
An einem, ihm zur Ausführung seines Ent-
schlusses besonders schicklich scheinendem
Abende, macht er sich auf den Weg, und
nimmt eine geladene Pistole mit. Ihm begeg-
net unterwegs ein andrer Bauer, aus seinem
Wohnorte* der ein Nachbar von ihm ist, und
mit dem er von lugend auf eine sehr vertraute
Freundschaft unterhalten hatte. Ohne den
mindesten Rückhalt eröffnet der Hirte ihm
seinen Vorsatz, mit der Bitte, ihn zu beglei-
ten, und am Eingänge des Dorfes, wo der
Diebstahl geschehen sollte, so lange zu war-
ten, bis er wieder zurückkommen würde. Der
Andre, ohne sich lange zü besinnen, willigt
ein, und beyde gehen weiter. Der Hirte
schiesst unterwegs seine Pistole ab, ladet sie
wieder, und steckt sie zu sich. Alles dies
sieht sein Begleiter ruhig mit an. Sie errei-
chen endlich das Dorf, der Bauer bleibt aia
Wege sitzen, und der Verbrecher geht hin-
ein. Bemerkt muss hiebey noch der Umstand
werden , dass des Schulzen Haus ziemlich ge-

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