Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1805))

5.3. Eine kurze Bemerkung, durch einen practischen Fall veranlasst.

Hochverrath bestellt eigentlich in der von ei-
nem Einwohner des Staats versuchten oder
auch bewirkten Vernichtung des Staats.
Wenn der Hochverräther seine Absicht er-
reicht hat, so hat zugleich der Staat, welcher
verletzt ist, und welcher strafen sollte, aufge-
hört zu existiren , er kann demnach nicht stra-
fen. Der neue Staat, welcher vielleicht aus
den Ruinen des alten entsteht, kann gleich-
falls nicht strafen, weil an ihm kein Verbre-
chen begangen worden ist, und er kein Recht
gegen den Verbrecher hat. Eben deshalb aber
kann der Staat eigentlich hey diesem Verbre-
chen nur den Versuch bedrohen, und hierin
liegt zugleich der Grund von der Ausnahme
dieses Verbrechens von allen andern in Hin-
sicht der Grundsätze von der Strafbarkeit ver-
suchter Verbrechen.

Eine kurze Bemerkung, durch' einen
p r ac tis c h en F a 11 ver a n i a s s t.
Ein mir nemlich zur Kenntniss gekomme-
ner,, im ganzen genommen ziemlich unbedeu-
tender Fall, veranlasste mich, die Lehre von
Urhebern eines Verbrechens und Tbeilnehmern
ap demselben, von neuem einer Untersuchung
zu würdigen, und dasjenige, was mehrere an-
dre Rechtsgelehrte in Hinsicht dieses Gegen-
standes gesagt haben, wiederum nachzulesen.
Ich fand im wesentlichen deshalb bey allen
Schriftstellern, soviel deren mir bekannt sind,
folgendes: *} .■ .
G
*) Man vergl. deshalb* W ß s t p k al de consorti-

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