Full text: Archiv für Freunde der Philosophie des Rechts und der positiven Jurisprudenz (Bd. 1, St. 1 (1805))

halb als ursprünglichen Theilnehmer des Auf-
ruhrs betrachten. Denn er liess sich keine
Tbiitlichkeiten zu Schulden kommen, auch be-
gingen diejenigen, welche den Einen Tag un-
ter seiner Anführung sich befanden, nicht die
geringsten Excesse. Es ist ferner unleugbare
Thatsache, dass er durchaus keine Verbindung
mit den Aufruhrern eingehn wollte, indem er
anfangs eine Krankheit vorschützte, und sich
hernach selber von seinem Wohnort entfernte,
um dadurch der Zudringlichkeit zu entgehen,
die Waffen ergreifen zu müssen, und er über-
nahm endlich nur die Anführung jener sech-
zig Mann, um durch das Ansehn, worin er
bey seinen Leuten stand, Unordnungen und
Thätlichkeiten zu verhüten. Mit dem Anfüh-
rer der Insurgenten Hess er sich durchaus in
keine Unterhandlungen ein, vielmehr trat er
gleich, sobald ihm die Aufforderung der Regie-
rung zü Zürich bekannt ward, von seinem
Posten ah, und brachte es selber bey seinen
Untergebnen durch Bitten und Zureden dahin,
dass sie sich ruhig wieder in ihre Wohnungen
verfügten. Dass er nicht ganz recht gehan-
delt habe, dies sah er selber ein, und bezeigte
deshalb die tiefste Reue.
Häberling ward nach Zürich vor ein eids-
genossisches Kriegsgericht gefordert, und hier
wurden Seine Handlungen untersucht.
Die Richter nahmen bey der Beurtheilung
der Vergehungen dieses Mannes auf die Grund-
sätze Rücksicht, welche die peinliche Gerichts-
ordnung Karls des fünften in Hinsicht der
Bestrafung des Aufruhrs hegt. Dies Gesetz-
buch war zwar von jeher bey den Schweizer«

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