Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1805))

Heinrich Häberling, von Knonau*
war zur Zeit 6er helvetischen Republik erst
Suppleant, dann wirkliches Mitglied der Ver-
waltungskammer seines Bezirks. Er war als
ein redlicher, rechtschaffener Mann, der es
mit seinem unglücklichen Vaterlande ehrlich
meinte, und dem das Elend, worin dasselbe
g< siürzt worden^ wahrhaft zu Herzen ging, all-
gemein bekannt und geschätzt. Häberling
liebte den Frieden und bürgerliche Ruhe, und
war keinesweges mit zu jenen Menschen zu
rechnen, welche den Umsturz der öffentlichen.
Ordnung und den Zustand der Gesetzlosigkeit
deshalb herbey wünschen, um durch das Un-
glück ihrer Nebenmenschen ihr eignes Glück
zu begründen, und deren die französische Rer
volution in Frankreich und im Auslande so
viele erzeugt hat. Und dennoch ward dieser
wahrheitsliebende Mann als ein Rebell gegen
sein Vaterland betrachtet und bestraft. VVi-
der seinen Willen, und durch ein unglückli-
ches Schicksal, das ihn zu verfolgen schien,
ward er mit in die Insurrection verwickelt,
welche in den Monaten Marz und April des
vergangenen Iah res von mehreren Gemeinden
des Cantons Zürich gegen die Regierung statt
fand.' Das einzige was er sich während dieses
Aufruhrs zu Schulden kommen Hess, bestand
darin, dass einige sechzig Mann ohngefähe
24 Stunden unter seiner Anführung standen.
Dieser Vorfall war zwar allerdings für den un-
glücklichen Häberling nicht ganz zu entschul-
digen, aber er war dessenungeachtet doch we-
der als Stifter, noch Rädelsführer der Insur-
rectum änzusehn, noch konnte man ihn des-

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