Full text: Volume (Bd. 2 (1804))

( '74 )

Was aber der Defensor mit rühmlicher Sorgfalt
daraus zum Vortheil des Inquisite« wider die
Statthaftigkeit der gesetzlichen Strangstrafe ausge-
führt hat, rechtfertiget dennoch die Substituirung
einer ausserordentlichen Leibesstrafe nicht. Wenn
man nur die eigene niedrige Schatzung zum Grunde
legt, welche der Inqnisit selbst von den gestohlnen
Pferden macht, und wenn man auch bey denen,
welche er in Gesellschaft mit Andern begieng, nach
dieser seiner Schätzung die Quote bestimmt; so sind
alle seine Diebstähle sogenannte grosse Diebstahle.
Die Reichs-Hals-Gerichts-Oednung befiehlt nun
freilich Zwar nichtgeradezu,den ersten groffenDiebstahl
mit dem Tode zu bestrafen: sie bestimmt aber eben
so wenig geradezu die Fälle, wo der grosse Diebstahl,
er sey nun würklich der erste, ober ein wiederholter,
der aber uach der von dem Gerichtsgebrauche gebil-
ligten Lehre einiger Kriminalisten als der erste behan-
delt werden muß, nicht am leben; sondern blos am
Leibe gestraft werden soll.
0. C. C. arf. 160.
Dieses Gesetz überläst es dem pflichtmässtgen Ge-
wissen des Richters, die durch einen grossen Dieb-
stahl verwürkte Strafe zu bestimmen: und macht
es ihm nur zur Pfiichk auf alle dabey eintreienden
Umstände

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