Volltext: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 2 (1804))

( !6§ )
Beweis seiner diebischen Neigungen liefern jene
Untersuchungs-Akten.
Er stiehlt zu einer Zeit, wo er auf mehrere Art
rechtmässig erwerben und sich und die Seinigen wie
Andere, welche mit ihm unter gleichen Umständen
lebten, ernähren konnte. Durch seine zweyte und
dritte Desertion , so wie durch die Verweisung auS
den Herzogl. Mecklenburgischen Landen, hatte er
sich die Mittel und die Wege, sich rechtmässigen
Erwerb und dadurch Unterhalt für sich und seine
von ihm getrennte Familie zu verschaffen, in Ver.
gleichung mit seiner vorigen Lage sehr erschweret.
Jnquisit behauptet, daß ihm die Trennung von
feiner in Lutterow lebenden Familie unerträglich sey,
und er an ihr hange. Unter diesen Umständen
kann man nicht glauben, daß der Hang zu Diebe-
reyen, welchen er in seinen günstigern Lagen, in
Welchen es ihm leichter war, sich rechtmässige Er-
werbquellen zu öfnen, gezeigt hatte, sich vermindert,
oder ganz verlohren haben werde. Von einem
diebischen Menschen, welcher sich in einer so be-
schränkten Lage befindet, sich auf erlaubten Wegen
zu ernähren, in welcher sich der Jnquisit, freilich
durch seine eigene Schuld, nach seiner Landesver-
weisung wirklich befand, ist nichts anders zu erwarten,
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