Full text: Volume (Bd. 2 (1804))

( '58 )
Daß alle die schweren Vergehungen des Jnqui«
fiten von den zur Verificirung derselben requi«
rirten Gerichten, deren Mitglieder durchaus
nicht beeidiget worden, und die zum Theil
auch nicht völlig beseht gewesen, blos mit
unbeeidigten Aussagen einer oder höchstens
zweier Personen belegt waren. Möchte dieses
vielleicht zur General- und Special-Inquisition
genügen: so reiche dieses doch zur Constatirung
eines schweren Verbrechens, und um eine
Lebensstrafe zu erkennen, nicht hin; weil
dazu nach den Grundsätzen und der Praxi des
CriminalrechtS,ein vollständig besetztes und be-
eidigtes Kriminalgericht, und so ferne Zeugen eS
bewahrheiten sollen, erfordert werde, daß solche
unbeschultene und eidlich vernommene Leute sind.
Diese, dem ersten Ansehen nach, sehr erhebliche
Erinnerung kann aber keinen Mangel an der Ueber-
zeugung von dem ausgemittelten Daseyn des Oor-
poris delicti begründen, womit der Jnquisit die
Lebensstrafe verwirkt hat. Eben so wenig wird der aus
dem Mangel des zur Erkennung einer tebensstrafe
erforderlichen corporis delicti hergeleitete Vertheidi»
gungsgrund durch den vom Vertheidiger aufgestellten
Grundsatz,
Daß

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