Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 2 (1804))

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Entbindungskunst nicht weiter oder doch nicht eher
gestattet werden kann, bevor er nicht, nach gesche-
hener Prüfung einer medicinischen Facultät, gute
Zeugnisse seiner Kenntnisse in diesem Fache beyge»
bracht hat;
So ist wie in dem Urtel enthalten, billig erkannt
worden.

Diese Entscheidungsgründe sind in jeder Rück-
sicht merkwürdig. Doctor W. verdankt allein der
Bonhommie der Helmstadter Juristen-Facultät die
Befreyung von einer wohlverdienten Strafe; denn
als Haupt - Entscheidungsgrund findet man die
merkwürdigen Worte aufgeführet: durch di«
Vollziehung der zuerkannten Strafe
werde das zeitliche Glück des Inculpa,
ten zernichtet. Es kömmt also nun bey
Verbrechen nicht Mehr darauf an, wie sehr der
Inculpat die Sicherheit der geheiligsten Rechte der
Staatsbürger fährdet, nicht der Grad der Gefahr»
lichkeit seiner Handlungen ist mehr in Erwägung zu
ziehen, sondern bloö die Frage zu beantworten, wird
durch die zu verhängende Strafe sein zeitliches Glück
zerstöhrt. Hierauf muß aber jede Strafe einen mehr
oder minder widrigen EinflnS haben, mithin, will
sich

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