Full text: Volume (Bd. 3 (1807))

( 59 )
Zweifels • und Entscheidungsgründe.
Die Entscheidung des vorliegenden Kriminal»
falleS beruhet auf Grundsätzen, welche eben so ein-
fach sind, als das Faktum, wodurch die jetzige Uw»
tersuchung veranlaßt worden ist. Das letztere be-
steht aber, insofern es auf Strafe Beziehung hat,
darin, daß der Ausländer Meyer, allein, im Meck-
lenburgischen, drey, vom unentschädigten Eigen-
thümer auf Zoo Rthlr. eidlich gewürdigte Pferde
aus der Hürde oder Koppel, worin sie sich im Freien
befunden, vorher aber zu diesem Zwecke, Pferde-
zeug, an Werkhe auf g Rthlr. zaßl. angegeben,
geständlich entwendet hat. Andere, im vorigen
Erkenntnisse erwähnte, und mithin hier nicht zum
Ueberflus nochmals aufzuzählende Umstände, sind
zwar allerdings zu erwägen, obwohl bey Beurthei-
lung der Strafe selbst, nicht in bestimmte Rücksicht
zu nehmen gewesen. Wenn nun das vom Jnquisi-
ten begangene Verbrechen im Mecklenburg - Streli-
tzischen verübt worden, so erfordert es die Natur der
Sache, daß auch zunächst auf dortige Mecklenbur-
gische Gesetze Bedacht genommen, und die Frage
aufgeworfen werde, ob vielleicht daselbst wegen des
Pferdediebstahls besondere Verfügungen vorhanden
seyen? Daß ehedem dergleichen nicht exisiirten, we-
nig-

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