Full text: Volume (Bd. 3 (1807))

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zu Schulden kommen lassen. Insofern hierin der
RechtssaH enthalten ist, daß entweder überhaupt,
oder beim Pferdediebstahl insbesondere, die Todes«
strafe auf den ersten Fall eines begangenen Verbre-
chens nicht eintreten könne, ist das unrichtig. Bei
dem kurto fimplici et parvo hat zwar das Geseh ei»
nen Unterschied zwischen dem ersten, zweiten, und
dritten Diebstahl gemacht, aber bei den übrigen
Gattungen des Diebstahls ist dies weder in dem
gemeinen Rechte, noch in dem Provinzial-Gesehe
von 1776, geschehen. Und bei andern Verbrechen
läßt sich dieser Satz auch nicht behaupten. Info»
fern aber dieser Milderungsgrund >'n facto beruhet,
läßt er sich ebenfalls nicht geradezu für richtig anneh-
men. Wir kennen a) die vitam ante actam des
Jnquisiten nicht weiter, als aus seinen eignen nicht
sehr wahrscheinlichen Erzählungen. Ob dies also
der erste Diebstahl sey, oder nicht, — denn dm
damit verbundenen kleinen Diebstahl beim Krüger
muß man wohl als einen blossen Theil des Haupt-
diebstahls betrachten — das läßt sich nicht entschei-
den. Soll aber aus dem vorhergehenden guten Le-
benswandel ein Grund hergenommen werden, für
einen Jnquisiten eine günstige Meinung zu fassen,
was sich gegen
[4] Klein-

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