Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 3 (1807))

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ben, alle Mühe anzüwenden, daß das gegebene Ge.
sch nicht befolgt werde, und obgleich bei manchem
Richter eine, mit,der Absicht des GesehgeberS und
dem allgemeinen Besten nicht vereinbarliche Weich,
lichkeit veranlasset, daß er bei Todeöurtheilen auch
die unerheblichsten Milderungsgründe anwendet.
Selbst in dem beim Netkelbladt angeführten Fall
waren schon zwey Urtheile in Uebereinstimmung mit
dem Gesehe ergangen, als das dritte Erkenntnis
aus einem Grunde, den wir erst künftig in dem
folgenden Bande des Buchs ersehen werden, da»
von abwich, ei) So viel hat indessen seine Rich-
tigkeit, daß in den ersten Fällen verschiedene In-
gnisiten der Todesstrafe durch eine Begnadigung
des regierenden Herzogs von Schwerin entgingen.
Das berechtiget aber den Richter nicht, sich ein
ähnliches Begnadigungsrecht anzumaaffen: und
nachdem im vorigen Jahre zu Güstrow drey Pferde-
diebe an einem Tage gehangen sind, wird der
Nichtgebrauch des Gesetzes doch auch in dem
Schwerinfchen Territorium -nicht weiter behauptet
werden können.
71) Unter den von dem Defensor angeführten
Milderungsgründen ist vorzüglich zu erwägen, daß
dies der erste Diebstahl gewesen, den Jnquisit sich
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