Full text: Volume (Bd. 3 (1807))

( 49 )
keine Abweichung von der Todesstrafe bewirkt
werden.
io) Aber das LandeSgeseß, welches hier nor-
mirek, soll nie in Anwendung gekommen seyn, wie
eine ausländische Facultät, nach der Bemerkung in
NettelbladtS Archiv, 2 B. S. 126,
geglaubt hat. Daß wir den irrigen Glauben dieses
Spruchcollegit nicht für Wahrheit annehmen, wird
man uns hoffentlich nicht verdenken. Da s) der
Pferdedieb durch die gestohlne Sache ein gutes Mit-
tel erhalt, sich in der Geschwindigkeit ins Ausland
zu begeben, und der Bestohlne selten im Stande
ist, an deffen Aufsuchung so viele Zeit und Kosten
zu wenden, als diesmal geschähe: so ist leicht zu be-
greifen , daß der grössere Theil der Pferdediebe gar
nicht zur Untersuchung kommt. Wie denn eben diese
Leichtigkeit des Entwischens eine härtere Strafe er-
forderlich macht, b) Von denjenigen Pferdedieben
hingegen, welche betroffen und entdeckt werden, hat
mancher erhebliche Milderungsgründe anzuführen.
Dann kann also wegen dieser Milderungs-
gründe auf die Todesstrafe nicht erkannt werden,
c) Demungeachtet fehlt es gar nicht an Beispie-
len, Ln welchen auf die Todesstrafe erkannt ist, ob-
gleich nicht wenige Defensoren Beruf gesunden ha»
Archiv s. d. Rcchtsgcl. z.Bd- 4 den,

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