Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 3 (1807))

( ZS- )
unb Strafe zu erwarten hat. Dahingegen sind die
Patrimonial - Gerichte keiner bestimmten Behörde
unterworfen; der Richter hat mithin weit grösser«
Spielraum, willkührlich und unumschränkt zu han-
deln. Nur wenn zufällig einmal Acten an diese
oder jene Justizstelle kommen, erhalten diese Nach-
richt von dem Zustande der Rechtspflege bey den
Patrimonialgerichten. Dem Gerichtshalter steht
es frei, die Urthel da sprechen zu lassen, wo er für
Unordnung und Willkühr die meiste Nachsicht er-
wartet. Der arme Jnquisit hat selten Gelegenheit,
sich zu beschweren; er muß leiden und der Eigen-
macht weichen» Der Patrimonial-Richter braucht
Niemand zu fürchten; denn in den wenigsten Fal-
len kömmt die Ungebühr zur Kenntnis der aufsehen-
den Gewalt. Kurz die Patrimonial-Richter können
ohne Zweifel in Mecklenburg die unumschränktesten
Despoten seyn, die ohne Aufsicht, nach Belieben,
den Weg der Gesetz. oder ^Ungesetzlichkeit betreten
können.
Höchst gefährlich ist unter diesen Umständen
unverkennbar der beständig mögliche EinfluS des
Gutsherrn auf die Verwaltung der Gerechtigkeit *).
Die

*) Dies ist auch bey Ausübung der Pattimvnial-Ci«jl-

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