Full text: Volume (Bd. 4 (1818))

( i6§ )
Belohnung des Kranken selbst, demftlben ihre
Hülfe hätten angedeihen lassen wollen. Daß in-
dessen unter ihnen zuweilen solche niedrige Gesin-
nungen sich gezeiqt haben müssen, läßt sich sehr
wohl aus den folgenden Worten schließen:
' Horiestv obsequi tenuioribus malint, qüam
tiirpiter servire divitibus.
Denn Archiatri", tt>dd)C, trotz ihrer Besol-
dung , v'-n Hofnnng Und Erwartung neuer Be-
lohnungen angetrieben, sich mehr zu den Reichen,
als den Arm.n hielten, wogten schwerlich dem
Vdrwukf der H bftrchk und d<6 Eigennutzes ent-
gehet« ; ihr Betragen gab deutlich zu erkennen,
daß sie G« ld und Reichthum mehr schätzten, als
sie menschliche Gefühle und Mitleid besaßen.
Bei den übrigen Aerzten, welche nicht össentr
sich angestellt und besoldet wurden ■, sondern nur
durch ihre Praxis Unterhalt erwarben *), mußte
, s dieses

. *) H i v p o f k at e s wollte zwar, daß jeder Arzt sich
durch emenErd verpflichten solle, seine Kunst ohne
Lobtt anszriüöen, (S. P oleti Historia fori Ro-
mani L, II c. ii. Hilliger ad Donell ErmcI.
L. XII. c. I4. not. F.) allein die Söhne des
Aescnlcp möchten HUtt zu Tage wohl wenig
oder gar nicht geneigt seyn , einem solchen Ver-
schlage ihren Beifall zu schenken. .

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