Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 4 (1818))

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auch auf die Aerzte, denen Macht über ihre
Kranken unmöglich abgesprochen werden könne.—
Dagegen bedarf es indessen wohl keines weit-
läuftigen Beweises, um das Unschickliche und
Anpassende dieser ausdehnenden Erklärung ins
Licht zu sehen. Es fällt ziemlich von selbst in
die Augen, Und schon Just Henning Böh-
mer *) bemerkte mit Recht, daß eine solche Aus-
dehnung sich keineswegs vertheidigen lasse.
Zwar will Neundorf diefts nicht zugeben,
und führt zu dem Zweck eine andre Stelle von
Böhmer **) an, wo derselbe eben nicht sehr
günstig von dergleichen Verträgen geurrheilt
habe. Allein was soll diese Bemerkung hier?
- Gern stimme ich mit Böhmer darin über-
ein, daß solche Verträge verdächtig scheinen mö-
gen; und der gute S t r y k ***) zieht deshalb
den vernünftigen Rath, mit Schließung von
Verträgen entweder bis nach widerhergestellter
Gesundheit zu warten, oder auch Zeugen zuzur
ziehen, deren Aussage den Arzt von dem Vor-
wmf
, ß . .. ' 3 4. v ' ^ ' _ . ' ; ' . " * ' <■ / ■ . *y

*) De Suspectis Conventionum formulis. §. 56. fin.
(in Exerc. T. II. p. 255.)
**) De Collisione Praesumt. C . II . §. 10. fin.
(1* c. T. IV. p. 271.).....
<***) De Cautelis Contract, Sect, II. c* g. §. 5.

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