Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 4 (1818))

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Daraus folgt aber unwiderstrrechlich', daß im
entgegengesehttn Fall, wenn Ver Arzt weder Ge-
walt noch Drohung anwandte, sondern ehrlich
(bona fide) zu Werke ging, der Vertrag, den
Gesetzen gemäß, bestehen muß, und auf keine
Weise qngefochten werden kann. Sogar Ba-
choy* *) erkannte dies, als richtig, an; und nicht
ohne Grund. Denn hier hat der bekannte Rechts-
grundsah: Lxcepcio in casibus non exceptis fir»
mat regulam d. h. wenn nur gewisse Fälle als
Ausnahmen angegeben werden, so gilt für die
übrigen Fälle das Gegentheil der bei der Aus-
nahme zugelassenen und angenommenen.Regel —
volle Kraft und Wirkung **).

Frei-

terbach. 11, cC. in Rücksicht dieser Stelle bemer-
ken, daß das Edict des Prätors den Arzt zwar
nicht treffe; daß aber der Vertrag desselben mit
seinem Kranken doch nicht gelte, weil jener etwas
verspreche, nämlich die Wiederherstellung der
Gesundheit, wozu er doch allein gar nicht im
Stande sey.
*) Ad Treutier 1. c*
**) Rain, Corsi Indagatt. L. II. c. Z. Conradi
Obss. jur. civ* Vol. I. p. 6g.

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