Full text: Volume (Bd. 1 (1803))

( 57 )

ferne entgegengesetzt werden, als man dlese zu den
Privatverbrechen, jene aber zu den Staats,
verbrechen zahlt, durch Privatinjurien also nur
das Recht einzelner im Staate, durch die öffentlichen
Jniurien aber der Staat selbst unmittelbar in
feinem Rechte verletzt wird. Durch eine Ehren.
Verletzung an einen Staatsbeamten kann daher
nur dann, und nur in so ferne eine Beleidigung
des Staates selbst begründet werden, wann und
wie ferne derselbe als Staatsbeamter, als
Subjekt der Ausübung desjenigen Theils der
Staatsgewalt, der ihm vermöge feines Amtes
übertragen wurde, beleidigt worden ist. . Ein
Staatsbeamter ist nun aber nicht in jeder Rücksicht
als Staatsbeamter und öffentliche Person zu be-
trachten; er ist auch zugleich Privatperson, in so-
ferne er nicht in Beziehung auf daö Staatsamt
gedacht wird. Selbst der Oberherr ist nicht in jeder
Rücksicht Oberherr, auch bey ihm unterscheidet man
die Privatperson von der öffentlichen, und die an ihm
begangene Injurie als Privat-, von der öffentlichen
Injurie, welche Las Verbrechen der beleidigten
Majestät genannt wird. Es kann daher nicht dem
mindesten Zweifel unterworfen seyn, daß auch Jn-
. jurien welche man an Staatsbeamten begeht,
Privat»

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