Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 1 (1803))

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mögliche Art entziehen, und wenn ein unglückliches
Gestirn sie dennoch damit belästiget, auf das
schnellste davon loszumachen suchen. Es wird
untersucht, und damit, glaubt man, ist es genug.
Wie untersucht wird, überlast man dem Oberrichter.
Man bedenkt aber nicht, daß, da die Untersuchungsr
Akten denselben bey Abfassung deS Erkenntnisses
allein leiten müssen, es der grösten Genauigkeit in
ihrer Führung bedarf. Man bedenkt nicht, daß in
Criminal - Sachen hie kleinern Fehler bey einer
Inquisition gerade oft den wichtigsten Einfluß auf
die Entscheidung haben, einen bey weitem wichtigern,
wie ein veikehrtes richterliches Verfahren in Civil«
Sachen. Dies kann meistens wieder gut gemacht
werden, jenes häufig nicht, ja in der Regel nie,
wenn der Oberrichter auch noch so viele Verweis«
giebt, und auf eine bessere Untersuchung informirt.
Die Benutzung des Augenblicks, der individuellen
Gemüchsstimmung/ des Locale, ist, wenn sie ver«
säljMt wird, selten zu redressiren.
Es bleibt freylich ein lästiges Geschäft, ein
Geschäft, das nicht für jeden past, sich Tage und
Wochen lang mit Inquisitionen zu beschäftigen.
Allein es ist Pflicht, und wo die Stimme der Pflicht
spricht, sollen und müssen keine andere Rücksichten
in

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