Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 1 (1803))

( 189 )
„und das Uebel mit Eifer und Emst gestraft
„werden soll."
Bey der ersten Ansicht dieses Artikels sollte man
es kaum für möglich halten, daß derselbe zu Strei»
tigkeiten führen könnte, denn er scheint nichts weiter
zu enthalten, wie eine Bestätigung des gemeinen
Rechts, daß bey leichten Vergehungen nicht die stete
persönliche Anwesenheit des Thäters an dem Orte
des Gerichts erforderlich fey, sondern die cautio de
judicio sisti genüge»
Allein, so wie man gewöhnlich aus den Gesehen,
worin am wenigsten liegt, am meisten philosophiren
will, so gieng es dieser Verordnung auch. Man
behauptete, es läge darin das privilegium deö Adels,
bey fiscalischen Klagen im Citationö - Proces *),
nur bey schweren Verbrechen persönlich zum Verhör
erscheinen zu dürfen, bey leichtern Vergehungen
aber die Vernehmlassung schriftlich Vorbringen zu
können. Nicht genug aber, daß deö vaterländischen
Rechts

*,) Der Citations-Proccs iß in Mecklenburg bey fiskali-
schen Rügen in allen Falle» eingeführt, falls nicht
blvs verwirkte Contumacia! - oder durch eine rechts»
kräftige Sentenz beylaufig erkannte Strafen beyzu-
trciben sind.

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