Full text: Archiv für die Rechtsgelahrtheit in dem Großherzogthum Mecklenburg (Bd. 1 (1803))

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Durch die Zange konnte er die Geburt nicht
verrichten, er nahm also die Enthirnung, da über
den Tod des Kindes kein Zweifel mehr obwaltete,
vor, und brachte auf solche Weise Nachmittags
den Zisien Julius, am fünften Tage seit der
Geburtsarbeir, das Kind zerstückelt zur Welt.
Am folgenden Morgen den i sten August bekam
die Kindbetterin heftige Schmerzen und am Abend
starb sie.
Ausser diesem Vorfall ergab die Untersuchung
noch, daß die Hebamme Clasen sich bereits in äusserst
vielen andern Fällen ebenfalls der Hechtsangel, und
auch einmal einer Scheere bey Entbindungen bedient
habe.
Da die Untersuchung, die überhaupt mit ausser^
ster Nachlässigkeit geführt war, erst zwey Monate
nach diesem Vorfälle (im October) angefangen ward,
und die Section der Mutter und des Kindes völlig
unterblieben war; so stand die Frage: wieferne die
Clasen an dem Tode der Mutter schuldig sey? mit
Gewißheit gar nicht, und in Rücksicht des Kindes,
wenigstens nicht völlig, auszumitteln.
So viel indes war über jeden Zweifel erhoben,
daß die Hebam me äusserst strafwürdig und gewissenlos
gehandelt hatte. Das vonderMcdicinischenFacultät
zu Rostock ertheilte Gutachten gieng dahin: daß

r.

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