Full text: Volume (Bd. 1 (1803))

( 135 )

schen in ihm achten zu müssen. Dieser Contrast der
Empfindungen löst sich zulezt sehr natürlich in das
Gefühl des Mitleidens auf, indem man nemlich eine
Person antrifft, die, bey nicht gemeinen Gaben des
Geistes, bey vieler Kühnheit in Entschlüssen und
grosser Starke in den Ausführungen, bey manchen
edlen Anlagen des Herzens, bey dem Vorrath, dem
Reichthum an physischen Kräften, statt eines ver-
derblichen, ein sehr nützliches Glied der Gesellschaft
geworden wäre, und, statt des Defensors, vielleicht
einen Lobredner gefunden hatte, wenn sie vom Schick-
sal in andere Lagen gestellt, und es ihr freygegeben
wäre, stets nur der eigenen Wahl, nicht dem
Drange der Umstände, dem Einstus der Nokhwen-
digkeit zu gehorchen. Dies ist der Gesichtspunkt,
aus dem mir die Verthcidigung des Jnquisiten
Schulz, wozu mich der Auftrag des Hochpreislichsn
Hof- und Land-Gerichts berufen hat, nicht blos
eine Pfiicht geblieben, sondern eine Neigung ge-
worden ist.
Wird der künftige verehrliche Richter diese De-
fensionsschrist eine gleiche Stimmung schon vorfin-
den lassen? — Wenn dies zweifelhaft ist: so will
ich mir wenigstens die Hoffnung nicht rauben, daß
Ihm die folgende Darstellung diese Empfindung
auf-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer