Full text: Volume (Bd. 1, H. 3 (1846))

SS

Abhandlungen.

zeigung deS ConnoiffrmentS legitimirt cr sich gegen den Schiffer zur
Empfangnahme der Ladung des Letzter», und eö wird der Ablieferung
an ihn kein Hinderniß entgegenstehcn. Ist aber die symbolische Uebcr-
gabe von der Art, daß der körperliche» Besitznahme ferner nichts im
Wege steht, dann erklärt sie das Gesetz, was willkührliche Zeichen da-
bei gestattet, für gleich wirksam, wie die körperliche Uebergabc
h. «S — 64. Tit. 7. Th. I. A. L. R.
Waren die Umstände so, dann unterlag die Entscheidung keinem
Bedenken.
Allein im vorliegenden Falle fehlte ein wesentliches Erforderniß eineS
ConnoiffementS, der Name deö Empfängers der Ladung und eben weil
dieses fehlt, wendet Verklagter ein, könne die symbolische Uebergabe
durch Aushändigung des EonnoissementS das Eigenthum der Ladung
nicht auf H. und folglich auch nicht auf Kläger übertragen haben.
Dieser Einwand ist jedoch unter den vorliegenden Umständen nicht
begründet.
Verklagter übergab bei Abschluß deS Geschäftes zwischen ihm und
H. nicht bloß den auf Ordre gestellten Ladeschein, sondern auch die lol.
84. befindliche Verkaufsnole d. d. BreSlau den 15. September 1843,
worin er auf den Ladeschein Bezug nimmt.
Der Mangel der Bezeichnung des Empfängers ist hierdurch ergänzt.
Die Verkaufsnote ist überschrieben: „Note für Herrn H. in Brieg,"
sie ist ferner versehen mit der Unterschrift des Absenders B. und die
darin enthaltene Bezugnahme auf das Connoiffement, durch Angabe
deffelbcn, dort benannten Schiffers, der Ladung noch derselben Quan-
tität und demselben Preise und deö gezahlten Vorschusses, fo vollstän-
dig , daß dem Schiffer bei Vorzeigung des Ladescheins und der Note,
nicht füglich über die Legitimation des Empfängers ein Zweifel hätte
entstehen und er ohne Bedenken an H. hätte abliefern können. Es
waren sonach alle Erforderniffe einer symbolischen Uebergabe vorhanden.
Denn die Absicht den Besitz seinerseits zu erledige», gab Verklagter
ganz unzweideutig durch Aushändigung des Ladescheins und der Ver-
kaufs-Note an H., dieser die Absicht den Besitz zu ergreifen durch
Empfangnahme beider Papiere zu erkennen. Ebensowenig stand der
körperlichen Besitzergreifung, Seitens deS H., wie eben gezeigt, etwas
im Wege und da endlich auch bestimmte Zeichen für eine symbolische
Uebergabe hier daS Gesetz nicht vorjchrcibt, so war H. durch dieselbe
Eigenthümer der qu. Ladung Raps geworden. In gleicher und also
auch in gleichgültiger Art und Weise ging von ihm daS Eigenthum deS
RapfeS auf Kläger über. Mit Unrecht folgert Verklagter endlich aus
dem in seiner Derkaufsnote gebrauchten Ausdruck: „Iraner» Breslau,"
daß er nur looo Breslau den RapS zu übergeben versprochen, und
Eigenthum und Gefahr bis dahin ihm verblieben sei. Diese Folge-
rung entbehrt jeder Basis und. kann jener Ausdruck nach dem gewöhn-
lichen Sprachgebrauch füglich nur auf die Transportkosten bezogen wer-

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