Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 1, H. 3 (1846))

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Abhandlungen.

ger vollständig in Stand setzte, bei Ankunft des Schiffers sich in den kör-
perlichen Besitz dcS Roggens zu setzen, da derselbe nach A. L.R. LH. II.
Tit. 8. 16. 17. seine Ladung an den im Connoissement bezcichnetcn
Empfänger abzuliefern hatte, welches auch nach den in den Acten Loewy
e». Bantbcrger km'. Sy von dem Fervinand Wolff am 17. November
184V abgegebene Erklärung geschehen sein würde, wenn nicht dieKläger
gerichtlichen Arrest crtrahirt und den Schiffer dadurch veranlaßt hätten,
die Ladung zum gerichtlichen Berwahrsam zu übergeben. Der Richter
erster Instanz halten zur Vollständigkeit der symbolischen Uebergabe die
Ausantwortung der Faktura vermißt, weil daS A. L. R. Thl. I. Tit.
Sv. §§. 367 seq. für die Verpfändung der noch auf dem HertranSport
befindlichen Maaren, die Aushändigung der Faktura noch neben dem
Connoiffement aI-3 unerläßlich fordern. Es ist nicht abzusehen, wie
dies den ersten Richter hat veranlassen könncn, die Kläger abzuweisen,
da sie doch die Verkaufsrechnung von Ungcr mit vorgelegt, also ihren
Titel zugleich mit docirt haben, waS doch das Gesetz nur hat beabsichti-
gen können, um dem Pfandgläubiger die Versicherring zu geben, daß der
Verpfänder nicht auf unredliche Meise zum Connoiffement gelangt sei,
daß er vielmehr, über die Maare zu disponiren, wirklich befugt ist. Daß,
wenn daS Connoiffement nicht mehr in erster Hand ist, (ein Fall,
welchen das Gesetz nach A. L. R. Thl. 8. Tit. 3. h. 167 doch als
möglich gedacht hat,) der Gesetzgeber nicht gemeint gewesen ist, die ur-
sprünglich von dem Absender für den ersten Empfänger auSgefertigte
Verkaufs-Rechnung zum Gegenstände der Aushändigung bei der Verpfän-
dung ver Maare zu machen, liegt wohl auf der Hand, da doch theilS viese
Faktura den Namen des zeitige» Besitzers und Verpfänders gar nicht
an sich trägt, theilS es allem kaufmännischen Verkehre entgegentreten
würde, wenn der Verkäufer einer selbst gekaufte» Maare dem Käufer, die
denselben gar nicht intcresstrende Einkaufsrechnung mit ausantworten
sollte, dadurch aber genöthigt würde, seinen Verkehr mit dem Vormanne,
dem Hintermanne offen zu legen.
Allein auch abgesehen von dieser Erwägung, so liegt keine Noth-
wendigkeit vor, um vic, nach dem Gesetze für die Gültigkeit der Ver-
pfändung eingehender Maare für nöthig erachteten Requisite, auch auf
die Gültigkeit des Verkaufs oder eigentlich für vie Beurtheilung der
Frage herüber zu ziehen, ob die Uebergabe gekaufter eingehender
Maaren durch Aushändigung des mit dem Giro deS Verkäufers
versehenen Connoissements für geschehen zu erachten sei? Vielmehr
bedurfte es in dieser Beziehung nur der allgemeinen Erfordernisse,
welche Thl. I. Tit. 7. §§. 64. 65. für die symbolische Uebergabe vor-
geschricben sind: Manifestation der Absicht, den Besitz zu erledigen,
und zu ergreifen, und Möglichkeit , sich in den körperlichen Besitz zu
setzen. Da diesen Requisiten genügt ist, so läßt sich gegen die Voll-
ständigkeit der Uebergabe nichts erinnern. Muß nun auS diesen Grün-
den dafür gehalten werden, daß die Kläger ihr Eigenthum an der qu.

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