Full text: Volume (Bd. 1, H. 3 (1846))

Abhandlungen.

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an den Kaufmann Unger, durch diesen an die Handlung Meiß-
ner Söhne Bei Ankunft der Waare wurde indeß durch Isidor
Loewy, neben Anstellung einer Klage wider die Handlung Bam-
berger wegen rückständiger Valuta, ein Arrest auf die Ladung
ausgebracht. Dies gab Veranlassung zu einem Prozesse der
Handlung Meißner Söhne wider Isidor Loewy wegen Aufhebung
des Arrestes. In erster Instanz wurde die Handlung Meißner
Söhne abgewiesen, weil der Richter in analoger Anwendung der
tztz. 367 ff. I. 20. A. L. R. angenommen hatte, daß die Tradi-
tion eingehender Maaren, ebenso die deren Verpfandung, nur
durch Aushändigung des Eonnoissements und dcrFa^turzu-
gleich erfolgen könne. Der Oberappellationssenat des Kam»
mergerichts zu Berlin reformirte diese Entscheidung zu Gunsten
der klagenden Handlung, und das Geheime Obertribunal bestä-
tigte dieses Erkenntniß mittelst Urthcils vom 23. October 1*43.
Die hier intercssirenden Gründe lauten wie folgt:
Die Kläger behaupten, Eigenthnmer der von dem Schiffer Ferdinand
Wolfs am 18. October 1810 von 11. in Stettin übernommenen, an
Ul. et in Berlin akdresstiten 3- Mispel Roggen zu sein,
und machen diesen Anspruch gegen den Verklagten geltend, der durch
den auf dieselbe Schiffsladung auögebrachten Arrestschlag, ihrer freien
Disposition hemmend entgegengetreten ist. Dieses ihr Eigenthum
haben sie auch ganz ausreichend nachgewiesen. Sie wollen die in Rede
stehende Schiffsladung von dem Kaufmann Unger gekauft haben. Die
dcßhalb von ihnen provucirte quiitirte Verkaufs-Rechnung drS Unger
vom 4. November 1840 hat zwar der Verklagte so wenig anerkennen
wollen, a>S daS auf dem Connoiffement befindliche Indosso deS Unger
vom 31. October cj. ES ist aber der Unger auf die LitiSdenunciation
der Kläger in gegenwärtigem Prozeß ihnen zur Seite und den Verklag-
ten gegenübergetreten, so daß die Echtheit ihrer Angabe, die Ladung
von Unger gekauft zu haben, nicht in Zweifel gezogen werden kann.
Außer dem in diesem Kauf liegenden Titel mußten die Kläger, um ihr
Eigenthum vollständig darzuthun, auch die erfolgte Uebergabe erweisen.
A. L. R. Thl. l Tit. 0. htz. 2— 3. Diese Uebergabe brauchte nicht
nothwendig körperlich, sie konnte auch symbolisch erfolgt sein. A. L. R.
Thl. 1. Tit 7. h. 62. Das ist auch vorliegend erfolgt durch AuSant-
wortung des durch ihren Verkäufer Unger auf sie girirten Connoiffr-
mentS, eines unzweifelhaft nach hh. 63. 64 ibid. wohlgeeigneten Zei-
chens für die fpinbolifchc Uebergabe, weil jene Ausantwortung die Klä-

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