Full text: Volume (Bd. 1, H. 3 (1846))

5.3. Rechtsspruch über die Fragen: 1) Ist der Bezogene wechselmäßig verhaftet, wenn er erst nach erfolgter Annahme des Wechsels die Wechselfähigkeit erlangt? : 2) Findet die Wechselklage gegen den nicht wechselfähigen Gesellschafter statt, wenn die Wechselverbindlichkeit unter der Firma des Societätsgeschäftes eingegangen ist?

111. Siech t«spruch über die Fragen:
1) Ist der Bezogene wechselmaßig verhaftet, wenn er erst
nach erfolgter Annahme des Wechsels die Wechselfähigkeit
erlangt?
2) Findet die Wechselklage gegen den nicht wechsclfahigen
Gesellschafter statt, wenn die Wechselverbindlichkeit unter
der Firma des Societatsgeschaftes ringegangen ist?
(Mitgelheilt vom Herrn Justizraihe Martins zu Berlin.)
Mittelst Wechsels vom 5. Marz 1844 zog J. B. auf dicHand-
lung X. et Y. zu Berlin die Summe von 216 Rthlr. 17 Sgr.,
zahlbar ult. Juli an eigene Ordre. Diese Handlung gehörte den
beiden Kaufleuten X. und Y.. von denen derErstere am 18. Mai
1841, der Letztere aber erst am 28. Marz 1844 in die Korpora-
tion derBerlinerKaufmannschaftaufgenommenworden. Zwischen
ihnen war ein schriftlicher Socictäts-Kontrakr geschlossen worden,
nach welchem der Y. vom 1. Jan. 1844 in das bisher von dem
X. allein geführte Handlungsgeschäft eingetreten war, und beide
Gesellschafter zur Unterzeichnung der Handlungssirma X. et Y.
berechtigt sein sollten. Dies halten sie mittelst Cirkulars vom
26. Jan. 1844 öffentlich angezeigt.
Den vorgedachten Wechsel acceptirte X. am 5. Marz 1844
mit den auf denselben gesetzten Worten:
„Angenommen für 216 Rthlr. 17 Sgr. X. et Y."
Dieser Wechsel gedieh mittelst Giros an 2., welcher, da er am
dritten Respittage keine Zahlung empfing, Protest erheben ließ,
und gegen die Kausieute X. und Y. im Wechselproteste die ver-
schriebene Valuta nebst Zinsen und Protestkosten einklagte.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer