Full text: Volume (Bd. 1, H. 3 (1846))

5.2. Rechtsspruch über die Frage: unter welchen Bedingungen ein Wechsel als stillschweigend acceptirt zu erachten sei?

ll. Recht»fpruch über »ie Krage:
unter welchen Bedingungen rin Wechsel als stillschwei-
gend acceptirt zu erachten sei?
(Mitgethnlk durch den KammcrgerichtS-Asseffor Herrn Lewald.)
Das Allgemeine Landrecht hat von der Regel, daß mündlich
geschehene Acceptationen in Königlichen Landen kein Wechselver-
fahren begründen sollen, bekanntlich Eine Ausnahme. Es verord-
net nämlich h. 993 des Wechselrechts:
behält der Bezogene den ihm selbst vorgezeigten und einge-
händigten Wechsel ohne Erinnerung über Nacht bei sich:
so wird dieses für eine stillschweigende Acceptation geachtet.
Diese Verordnung enthält offenbar mehrere Handlungen,
welche cumulativ eintreten müssen, um die gesetzliche Präsumtion
zu begründen. Sie bestehen
1) in der Vorzeigung (Präsentation) des Wechsels,
2 > in der Einhändigung,
3) darin, daß der Bezogene den Wechsel — ohne Erinnerung
— über Nacht bei sich behält.
Jedes dieser Requisite kann den Gegenstand eines Rechtsstrei-
tes bilden.
Gegenwärtig intereffirt allein das erste der genannten drei Er-
fordernisse, die Vorzeigung oder Präsentation dcS Wechsels.
Hierbei concurriren nothwendig zwei Personen,
a) eine, welche den Wechsel vorzeigt,
b) eine, welcher er vorgezeigt wird
und es kann abermals jedes dieser Verhältnisse Gegenstand einer
Rechtsfrage werden.
Tie zweite dieser beiden Fragen möchte indessen weniger zwei-
felhaft sein, denn das Gesetz enthält in den Worten:
Behält der Bezogene den ihm selbst vorgezeigten Wechsel

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