Full text: Volume (Bd. 1, H. 3 (1846))

Abhandlungen.

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dem Srsteren als den Wechselgebern etwa bestellte Nothadvresse. Der
Trassat soll dir auf ihn gezogene Tratte annehmen, und durch Zahlung
einlösen. Ob er dieselbe an seinem Wohnorte over an einem andern
Orte bezahlen soll, ändert in der Natur seiner Verpflichtung nichts. Der
Zweck der Domicilirung der Tratte an einem andern Orte als dem
Wohnorte der Trassaten, weil nicht dieser Ort, wohl aber jener ein Wech-
sel- rin Meßplatz ist, kommt dabei nicht in Betracht. Von selbst ergiebt
sich aber, daß bei einer solchen Domicilirung ver Tratte, deren Inhaber
wissen muß, wo er den Bezogenen, der nicht an diesem ZahlungSplatze
wohnt, daselbst aufzusuchen habe.
Dem ist zuerst die WechselprariS und dann auch daS Gesetz nach«
gekommen. Der Zahlungsort wird bei der Ausstellung der Tratte vom
Aussteller angegeben.
DieS ist nothwendig. ES beruht die Bestimmung drS Ortö, wo
der Wechsel bezahlt werden soll, auf der Verabredung der Jnteressnittn
unter einander, bei Schließung deö WechselkontraktS, mittelst der erstcn
vom Aussteller der Tratte erfolgenden Wechselbegebung. Der Trafst, l
hat dann bei der Acceptatio,, der Tratte daS GcschästSlokal, daS Comp-
toir im auswärtigen Domicil, in dem der Wechsel-Inhaber die Tratte
zur Zahlung präsentiren soll, zu vermerken.
DieS geschieht am einfachsten durch die Benennung eineS Kaufmanns
an diesem Orte, durch den der Acceptant sein Accept mittelst Zahlung
einlösen will. Die Bezeichnung „Zahlung--Advresse" ist dafür ge^-
bräuchlich geworden, wiewohl nicht zweckmäßig und leicht zur Ver-
wechselung dieser Addreffe, nämlich der von den Wechselgebern bestellten
Nothaddresse, führend.
Auch daS A. L. R. hat im §. 111S der Bezeichnung „Addreffe"
sich bedient. Diese ist nach der heutigen HanvelSsprache,,der Domi-
ciliat." ES ist nach der Natur deS wechselrechtlichen Verhältniffes
nichts weiter, als der Bevollmächtigte, der Stellvertreter des Acceptan-
te« < in Lristung der Zahlung. DaS Verhältniß Beider zu einander,
daö sich, als mit einer Anweisung znsammenhaltend, äußerlich herauS-
stellt, geht de» Wechselinhaber nichts an. Acceptiren soll der Doini-
ciliat gar nicht. In der Nichtigkeitsbeschwerde wird mit Necht her-
vorgehoben, daß durch die Namhaftmachung deS Domiciliatrn nur
daS Geschäftslokal, wo der Wechselinhaber die Zahlung, als vom Ac-
ceptante» zu leisten, einzufordern habe, angegeben worden sei. Dem-
nach erscheint der Domiciliat lediglich und höchstens als Mandatar ocS
Atceptantcn. Letzterem legt daS Gesetz Respittage bei. Mit Ablauf
derselben muß der Wechselinhaber wegen Mangels der Zahlung Pro-
test gegen den Bezogenen resp. Arceptanten einlrgen, um sich den Re-
greß gegen die Vormänner, als die Wechselgeber, zufichern. Die Pro,
testerhebung erfolgt am Zahlungsort. Ist dies nicht der Wohnort de»
Arceptanten, sondern rin anderer Ort, so ist an diesem der Protest ein-
znlegrn. An diesem ZahlungSplatz, in diesem Domicil deS Wechsels,

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