Full text: Volume (Bd. 1, H. 3 (1846))

<01 Abhandlungen.
schwerlich etwas anders als eine Art'Kauf ist. Auch haß Mtfe
Bemerkung ihren praktischen Werth.
Was endlich die Behauptung betrifft, daß, WbM »«rt< dir
Handlung des Verschaffend nicht alS wesentliches KmnzeichM
gelten lasse, jeder Unterschied zwischen Lieferung und Kauf, na-
mentlich fungibler Sachen, aufhöre, so laßt sich darauf nur Ifc
wildern: es giebt keinen Kaufvertrag über ein genus; jeder Ver-
kauf einer nur generell bestimmten Sache ist ein Lieferungs-
Vertrag:
Kriterium des Letztem ist also die Unbestimmtheit de<
ObjecteS; sein Zweck Eigenthumsübertragung. Im
Letzter« trifft er mit dem Kauf zusammen; aus dem erstem folgt
ürtmentlich, daß es dem Lieferanten verstattet sein muß, sich ir-
gend woher Sachen, den zu Liefernden gleich, zu verschaffen.
Der h. 1. Tit. 11. sagt, der Kaufvertrag gehe auf „Abtretung
des Eigenthums;" nur bereits Besessenes läßt sich abtreten; der
Verkäufer muß also das Eigenthum der Sache schon haberi.
Offenbar ist ein Eigenthum nur an einer 8pevies (bestimmten
Sache) denkbar. Es muß eine bestimmte, erkennbare Sache sein;
die Möglichkeit, sie durch andere derselben Art zu ersetzen, ist dabei
gleichgültig. Daher läßt sich auch nur eine 8peeies verkau-
fen. Der Kaufmann, der feine Speicher voll Getteide hat,
schließt einen Kauf, wenn er dem Käufer seine Vorräthe
zeigt, und dieser von einem oder dem andern Haufm habm
will; er schließt einen Lieferungsvertrag, wenn beim Vor-
zeigen nur diese oder jene Gattung zur Bezeichnung der Eigen-
schaften angedeutet wird. Dort handelt es sich um mehrere
einzelne 8pocie8, hier um ein Keims. Gewiß nichts anderes
besagt der §. 80 1, c.:
„der Gegenstand der Kaufhandlung muß so bestimmt oder
bezeichnet werden, daß darüber kein gegründeter Zweifel
stattfinden kann" — '

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