Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 2, H. 1 (1848))

Abhandlungen. 111
macht, ein Entschädigungs-Anspruch übrigens nicht wohl denkbar
ist, weil auch der Eode dem Honoratcn gegen seine Vormänncr
nicht das Recht, Sicherhcitöbestcllung zu fordern, gicbt.
Nach dem Entwürfe setzt die Präsentation dcö Wechsels an die
Nothadrefie voraus, daß der Bezogene die Annahme verweigert
habe und dies durch Protcstaufnahme constatirt worden sei. Ge-
stattet der Inhaber die Ehren-Acceptation, so darf er, abweichend
von dem Code, nicht Regreß auf Sicherstellung nehmen. Ter Pro-
test ist für ihn daher ohne alles Interesse, ihm genügt der acceptirte
Wechsel, und cs ist für diesen Fall die landrcchtlichc Vorschrift der
§. 10.22 ganz an ihrer Stelle. Nicht nur, daß es dem Ehren-Ac-
ccptanten daran gelegen sein muß, die erfolgte Intervention dem
Honoratcn nachzuwrisen, so liegt cs auch im Interesse aller Vor-
männcr dieses letztem und namentlich dcö Ausstellers, von der nicht
erfolgten Acceptalion des Wechsels Seitens des Bezogenen in
Kenntniß gesetzt zu werden. Dies geschieht aber im Verkehre da-
durch, daß der Honorat den Protest dem Vormannc, an den er sich
für den Fall nicht erfolgender Einlösung des Wechsels zu halten
gedenkt, notificirt, dieser seinem Vormanne u. s. f. bis zum Aussteller,
dem die Möglichkeit gewährt wird, für die Einlösung des Wechsels
am Verfalltage anderweit Sorge zu tragen. Der landrechtlichen
Vorschrift würde nur noch eine Bestimmung über die Kosten des
Protestes bcizufügen sein, nämlich die, daß der Ehren-Acceptant
die Erstattung derselben von dem Honoratcn, dieser, sowie jeder
frühere Indossatar sie von demjenigen seiner Vormänncr sordem
kann, welchem der Protest notificirt worden.
Eine fernere sehr zweckmäßige Abweichung vom Landrcchte besteht
darin, daß nach §. 57 die auö der Ehren-Annahmc entspringende
wechsclmäßige Verhaftung der Adresse, oder eines dritten Interve-
nienten erlischt, wenn dcrWcchsel nicht spätestens am nächsten Werk-
tage nach dem Zahlungstagc zur Zahlung vorgelegt wird. ES
bedarf daher bei der Ehren-Annahmc nicht ferner deS üblichen Zu-
satzes «bis zum Verfall.«

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