Full text: Volume (Bd. 2, H. 1 (1848))

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Abhandlungen.

complizirten Regreßnahme auf Sicherstellung schreitet. Gewährt
dagegen die Nothadresse ihm keine Garantie für die Einlösung des
Wechsels, so würde eine Verpflichtung zu ihrer Aufforderung zum
Accepte, und die für diesen Fall dem Inhaber bei erfolgender
Ehrcnannahme entgehende Bcfugniß, von Einem der Vormänner
Sicherstellung fordern zu dürfen, dem Inhaber offenbar nachtheilig
sein. Daö Bedenken, daffder Wechselinhaber absichtlich, also auS
Chikane, eine sichere Nothadresse nicht befragen oder nicht zur
Ehrcnannahme gestatten sollte, würde im Wechselverkchr ein so
singulärer Fall sein, daß er in der That für den Gesetzgeber nicht
zu berücksichtigen bleibt.
Dagegen schweigt der Entwurf gänzlich über daS Verhältniß des
Ehrenacceptantcn zu dem Honoraten, also zu dem, für dessen Ehren
er den Wechsel angenommen hat. Das Landrccht schreibt im
§. 1022 vor:
Wer einen Wechsel pro donor acceptlren will, muß zuvörderst
Protest anfnehmcn, und sich denselben von dem Inhaber gegen
Erstattung der Kosten auShändigcn lassen,
ohne im übrigen zu bestimmen, was der Ehrcn-Acceptant mit diesem
Protest zu machen habe. Nach dem Gebrauche im Wechselverkchr
sendet er ihn dem Honoraten zu, der ihn wiederum seinem Vor-
manne notifizirt. Ein Recht, Sicherheitsbestellung zu fordern,
findet nicht statt.
Der Cocte de Commerce folgt dem Entwürfe darin, daß er
den Wechselinhaber, der Eh'ren-Acceptation einer Adresse ungeachtet,
zum Regresse auf Sicherstellung berechtigt (Art. 128), er legt aber
dem Ehren-Acceptanten im Art. 127 die Verbindlichkeit auf, den
Honoraten ohne Zeitverlust von der Intervention zu unterrichten.
Da für die Verabsäumung dieser Pflicht keine andere Folge im Gesetze
beigefügt ist, so kann sie nur in der Verhaftung für allen ctwanigen
Schaden bestehen. Einer solchen Bestiinmung aber bedarf es für
den Verkehr nicht, da es sich ganz von selbst versteht, daß der In-
tervenient dem Honoraten Anzeige von der Ehren-Acceptation

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