Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 2, H. 1 (1848))

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Abhandlungen.

weicht es von beiden Wechsclrcchtcn ab. zwischen ihnen gewisser-
maßen die Mitte haltend. Er beruht auf folgenden Hauptbe-
stimmungen:
1) Der Wechselinhaber erhält durch rechtzeitige Versendung und Vor-
zeigung dcS Wechsels und Protestes an den Aormann, welchen er in
Anspruch nehmen will, sein Regreßrecht zugleich gegen dessen Vormänncr.
(§. 44.)
2) Will er sich auch daS Wechselrccht gegen die Hintermänner
dcS in Anspruch Genommenen sichern, so muß er diese binnen zwei
Tagen nach der Protestanfiiadme gegen den Bezogenen unter Mitthci-
lnng einer Abschrift deö Protestes von der Nichteinlösung des Wechsels
in Kenntlich sehen. (§. 45.)
3) Ein Indossant, welcher den Wechsel eiulöst, muß gegen seine
Vormänncr in gleicher Art wie ml t. und 2. verfahren. (§. 40.)
4) Dem Eigcnthnmcr deö Wechsels sind seine Vormänncr solidarisch
verhaftet (§. 43); er kann deshalb nach eigner Wahl sie entweder
sämmtlich, oder Einige oder Einen von ihnen binnen Jahresfrist nach
dem Verfalltage deö Wechsels belangen (§§. 48 und 73), und zwar ent-
weder in bcsondern Klagen, oder in einer Klage, welche bei dem
Gerichte des Zahlungsortes gegen jeden, mithin auch gegen einige
oder sä m in tl ich c Wechsel verhaftete anhängig gemacht werden
kann. (§. 00.)
Die Motive enthalten (©. 70 bis 81) eine sehr interessante Zu-
sammenstellung und Kritik der in den verschiedenen Wechselordnun-
gen befolgten Regreß-Theorien, von denen die der Bremer Wech-
selordnung dem Entwürfe zum Grunde liegt. Wir halten diesen
Abschnitt der Motive für einen der gelungensten des Entwurfes
und stimmen mit dessen einfachen und klaren Vorschriften vollkom-
men überein.
Eine Abweichung von dem Landrechte liegt darin, daß der Wech-
selinhaber nicht, wir nach den §§. 1050 und 1037 außer der bezahl-
ten Wechsclsumme nebst Verzugszinsen seit dem Verfalltage und
den verlegten Protestkostcn »für Provision, Eourtagc und Brief-
porto \ pCt.« sondern nach §. 49. nur »für Provision | pCt."
fordern kann.
Von der Ehren-Annahme.
Bei dieser Materie finden sich sehr wesentliche Abweichungen von
dem Landrechte. Letzteres legt dem Wechselinhaber die Verpflich-

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