Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 2, H. 1 (1848))

Abhandlungen. 103
der Wechsel indossirt worden, ihn weiter begeben können, durch Ge-
stattung dessen (§. 11.), legt jedoch einem nach dem Verfalltage
des Wechsels ausgestellten Indossamente nur die Wirkung einer
Cession bei <8. 16.), so daß also für den Indossanten keine
wechselmäßige Verhaftung aus einem solchen Giro entspringt. Diese
über das Indossament gegebenen Bestimmungen werden in den
Motiven (S. 24 bis 42) auf so gründliche und überzeugende Weise
gerechtfertigt, daß wir uns mit ihnen nur vollkommen einverstanden
erklären können. Es hat sich wohl fast nirgends evidenter, als bei
dem Indossamente, erwiesen, wie vergeblich die Bemühung dcS
positiven Gesetzes ist, eine in dein Verkehre einmal wurzelnde Sitte
abzustellen. Trotz der ausdrücklich ausgesprochenen Ungültigkeit
des Blanko-Giro, trotz der großen Verlegenheiten, welche cö bei
einer Einklagung der Wechsclsumme mit sich führt, hat sich daffclbe
nicht auS dein Verkehre verdrängen lasten, und wir können es daher
nur billigen, wenn in solchen Fällen daS Gesetz sich dem Brauche
fügt und auf diese Weise der Einklang zwischen ihnen hcrgcstcllt
wird.
Von der Annahme und dem Regresse Mangels
Annahme.
In Betreff der Form dcS AcccpteS enthält der Entwurf die sehr
zweckmäßige, von dem Landrechte wie dem Code abweichende, Be-
stimmung. daß es zur Annahme genügt, wenn der Bezogene seinen
Namen oder Firma auf die Vorderseite des Wechsels schreibt.
(8.21.)
Hiernächst sind in Betreff der materiellen Verhältnisse fol-
gende Abweichungen von der landrcchtlichen Wechselordnung hcr-
vorzuhebcn:
1) Die Hauptvcrschiedenheit besteht darin, daß der Wechselinhaber
bei erfolgter Nichtannahme bcd Wechsels nicht sofort den Regreß auf
Zahlung gegen seine Vormänncr nehmen, sondern, wie der Code vor-
schreibt, nur Sicherstellung fordern darf. (§. 26.)
Dieser Regreß auf Sicherstellung ist aber ganz fakultativ; der Wcch-

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