Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 1, H. 2 (1845))

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Ausländische Gesetzgebung.

denen kein Mitglied in der Firma angegeben ist, und der ganze Ge-
sellschaftsfonds in eine gewisse Anzahl auf eine gleiche Summe
lautende Aktien eingetheilt wird.
Alö wesentlichster Unterschied wird gleichzeitig angeführt, dass
bei den Gesellschaften 8ub » jedes einzelne Mitglied rücksichtlich
der mit dritten Personen abgeschlossenen Verträge die Mitverhaf-
tung mit seinem ganzen Vermögen übernimmt, mit Ausnahme
der stillen Gesellschafter (^ssoeivs en 6omwsoäite); wäh-
rend bei den Aktien - Gesellschaften die Mitglieder nur mit
dem für die Aktien eingezahlten Betrag verhaftet sind, in keinem
Falle aber mit ihrem übrigen Vermögen hasten.
II. Cap. Von den Erwerbsgesellschaften im engern
Sinne.
Die §§. 2 bis 53 enthalten sehr detaillirte Vorschriften über
die Art der Eingehung der Societät, das Verhältniß der eigent-
lichen Mitglieder und der stillen Gesellschafter, und die Auflösung
der Gesellschaft. Sie weichen indessen im Wesentlichen nicht von
andern Gesetzgebungen, namentlich der Preußischen, ab.
III. Cap. Von den Aktien - Gesellschaften.
BemerkenSwerth sind folgende Bestimmungen:
1) Der Plan und das vorläufige Statut der Gesellschaft müssen bei
dem Wechselgericht, und sofern der Verein nicht rein merkantili-
scher Natur ist, auch bei der königlichen Statthalterei zu Jeder-
manns Einsicht niedergelegt und zugleich in dem Plane angegeben
werden, ob die Gründer der Gesellschaft einen Theil von den Ak-
tien, und welchen, dem Publikum im Wege öffentlicher Subskri-
ption überlassen wollen.
8) Sobald dieser letztgedachte Theil der Aktien im Wege einer öffent-
lichen und unter Aufsicht der Civllbehörde zu geschehenden Sub-
scription, die mindestens drei Tage lang eröffnet bleiben muß, ver-
griffen ist, sind sämmtliche Aktionäre zu einer General-Versamm-
lung einzuberufen. In dieser allgemeinen Versammlung konsti-
tuirt sich der Verein, die vorläufigen Grundstatuten werden verle-
sen, vie definitiven festgesetzt, zur Eröffnung und Verwaltung der
Caffe ein Ausschuß ernannt, und wenn es die Gesellschaft für
nothwendig erachtet, ein Firmaführer gewählt, dieser Ausschuß
aber eigens dazu bevollmächtigt, den Grundvertrag und die Firma
protokolliren zu lassen. Alles dieses wird durch Stimmenmehr-
heit der Anwesenden entschieden.

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