Full text: Volume (Bd. 1, H. 2 (1845))

138

Abhandlungen.

zur Erhaltung des Regresses zum Grunde, so dürfte zu-
vörderst die Neigung, daß an beiden Tagen Zahlung gefordert
und Protest ausgenommen werden müsse, nicht gerechtfertigt er-
scheinen. Denn durch die Zahlungsverweigerung Seitens des
einen Gesellschafters wird offenbar die nicht erfolgte Zahlung
constatirt, und der Wechselinhaber nach
h. 1006 lov. eit. und h. 1121.
im Rekurs auf denselben, verpflichtet, mit Ausnehmung des Pro-
testes zu verfahren. Einer nochmaligen Aufforderung be-
darf eS nicht, und eben deshalb kann der Inhaber nicht für be-
rechtigt erachtet werden, die Versendung deS Protestes zu verzö-
gern und die Kosten durch doppelte Proteftaufnahme zu vermehren.
Dagegen aber dürfte kein Grund vorhanden sein, dem Wech-
selinhaber den Vorwurf einer Versaumniß zu machen, wenn er
erst am Sonnabend Zahlung fordert und Protest erheben läßt,
denn nichts verpflichtet ihn, der Soctetät die Befristung der Re-
lpittage in dem Umfange zu gestatten, welche ihr aus der Person
des einen Gesellschafters zustehen.
Die aufgeworfenen Fragen werden sonach dahin zu beantwor-
ten sein:
Ad 1. Der Inhaber des Wechsels ist berechtigt, die Zahlung
nach eigner Wahl an dem vorhergehenden Werkeltage oder am Zah-
lnngstage zu fordern;
sä 8. Derselbe ist auch nur verpflichtet, an dem einen oder
andern Tage die Zahlung zu fordern; hat er indessen den erster» Tag
zur Zahlungseinforderung erwählt, so ist er auch verpflichtet, im Nicht-
zahlungsfalle Protest zu erheben und ihn mit nächster Post zu versenden.
Die praktische Wichtigkeit dieses an stch singulären Falles
wird im Uebrigen noch dadurch beschränkt, daß eS dem Wechsel-
inhaber nach
§. 1121 im Rekurse auf h. 1009
frei steht, die Aufnahme des Protestes bis zum Abgänge der
nächsten Post zu verschieben, und daß daher, wenn dieselbe nicht
Sonnabend oder am jüdischen Feiertage vor 12 Uhr abgeht,
die Aufnahme des Protestes an diesem Tage noch rechtzeitig er-
folgen kann.

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