Full text: Volume (Bd. 1, H. 2 (1845))

V. An wieweit ist der Vinwand der nicht erhaltenen Va-
luta bei einer» trockne» sogenannten Depotwechsel zu
berücksichtigen?
Mitgethcilt durch den KLntgl. Land - und Stadtgerichts-Rath Hrn. Pafchke.
Im Jahre 1835 etablirte sich zu Glogau die Handlung II. ei
k. Sie bedurfte in ihrem Geschäft auswärtigen Kredit, beson-
ders in Berlin, und erhielt solchen zugesichert von der Handlung
8. ei Comp daselbst auf Höhe von 3000 Thlr., jedoch gegen
Ausstellung eines Wechsels über diese Summe. Die Handlung
kl. ei R. stellte in Folge dessen der Handlung II. ei Comp. fol-
genden Wechsel auS:
Glogau, den 24. Januar 1835.
Gegen diesen unscin Soloirechscl zahlen wir nach i4 Zagen Kün-
digung an den Cigenthinncr der Handlung R. et Comp. zu Ber-
lin die Summe von Dreitausend Thalern Preuß. Courant. Va-
luta haben wir erhalten und leisten zur Verfallzeit prompte Zah-
lung nach Wechselrecht.
(Unterschriften.)
Auch verzichtete die Handlung II. ct l{. in einem besondern
Reverse von demselben Tage auf den Einwand der nicht erhalte-
nen Valuta.
Im Jahre 184 l klagte die Handlung II. cl Comp. unter Pro-
duktion dieses Wechsels, und die Kündigung behauptend, die
Summe von 3000 Thlr. im Wechselprozeß gegen die Handlung
R. et R. ein. Letztere rekognoScirte den Wechsel, machte aber
den Einwanv der nicht erhaltenen Valuta, über daS eben vorge-
tragene Sachverhältniß der Klägerin den Eid zuschiebend. Diese
gab das Sachverhältniß als richtig zu, behauptete aber auf Höhe
der eingeklagten Summe nach Ausstellung des Wechsels Gläu-
bigerin der Verklagten geworden zu sein, sich auf ihreHand-
lungSbücher berufend. Verklagte bestritt letzteres, so wie über-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer