Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 1, H. 1 (1844))

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Sechste Abhandlung.

Rechtfertigung findet. Die von Crelinger und Gräff aufgestellte
Ansicht bleibt nicht auf diesem halben Wege stehen, sondern legt
in jene Worte deS §. 1303 den Sinn, daß dem letzten Inhaber der
Anweisung, gleich dem Wechselinhaber, ein selbstständiges
Recht gegeben sei, auf welches das ursprüngliche Verhältniß ohne
allen Einfluß sei. Gewiß ist, daß diese letztere Ansicht die dem
kaufmännischen Verkehre am entsprechendste ist, so wie eS andrer
SeitS nicht zu verkennen ist, daß die dritte, diesem Verkehre am
wenigsten zusagende, Ansicht einen im Gesetze klar ausgesprochenen
RechtSgrundsatz für sich hat, und daß die entscheidenden Worte
deS §. 1303 eine deutlich ausgesprochene Ausnahme von dieser
Regel nicht enthalten.
Bei dieser Zweifelhaftigkeit der aufgeworfenen Frage ist eS
allerdings gerathen, bei dem Erwerbe einer nickt acceptirten kauf-
männischen Anweisung allein die Sicherheit des unmittelbaren
VormannS zu berücksichtigen, bei Anstellung und Begründung
der Klage gegen den Aussteller aber die Eventualitäten möglichst
zn berücksichtigen, welche die Voraussetzung hervortreten laßt,
daß der Richter der einen oder andern Ansicht folgen sollte.

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