Full text: Archiv für das preußische Handels- und Wechsel-Recht (Bd. 1, H. 1 (1844))

Rechtssprüche. 125
den Kaufwerth der Waare, als eines Aequivalents der Natural-
herausgabe.
Schon aus diesem Grunde muß daher die Abweisung deS Klä-
gers, wie Verkl. mit Recht ausführt, erfolgen. Abgesehen aber
selbst davon, erscheint auch der Klager als Eigenthümer der Waare
und folglich auch zur Geltendmachung der auf sein Eigenthums-
recht gegründeten Ersatz- und Entschädigungs-Ansprüche gar nicht
legitimirt.
Es kann dahin gestellt bleiben, ob Verkl. wirklich auf die Hand-
lung^ X. et Comp. Eigenthumsrechte hinsichtlich der fraglichen Maa-
ren übertragen hatte, und diese Handlung unwiderrufliche Eigen-
thümerin dieser Waare geworden war. Jedenfalls stand Verkl.
mit dem Klager in gar keinem obligatorischen Verhältnisse, und Kla-
ger konnte daher gegen Verkl. nur dann klagend auftreten, wenn er
darthat, entweder, daß er das Eigcnthum der fraglichen Waare er-
worben, oder daß Verkl. sich gegen i h n durch widerrechtliches Han-
deln regreßpflichtig gemacht, oder endlich, daß die Handlung X. et
Comp, ihm ihre etwanige Entschädigungsansprüche an Verkl. aus-
drücklich cedirt hätte. Aus diesen beiden letzten Fundamenten ist
aber nicht geklagt, sondern die Klage ist auf das behauptete Eigen-
thumsrecht des Klagers gestützt. Zur Erwerbung des EigenthumS
gehört aber nach §§. 3 und 6. Tit. 9. Thl. I. L. R. nothwendig die
Besitznehmung, oder bei mittelbaren Erwerbarten die Uebergabe im
rechtlichen Sinne, und an dieser fehlt es im vorliegenden Falle dem
Kläger. Er räumt nämlich ein, niemals im Naturalbesitze der frag-
lichen Waare gewesen zu sein, sondern behauptet, daß eine symbo-
lische Uebergabe stattgesunden habe, durch welche das Eigenthum auf
ihn übergegangen sei. Seinen diesfälligen Angaben mangelt jedoch
jede rechtliche Begründung.
Es leuchtet ein, daß es hier nicht darauf ankomme zu prüfen,
ob in Beziehung aus die Handlung X. et Comp, und in Beziehung
auf den Vormann des Klägers Kaufmann A., etwa wirklich eine
symbolische Uebergabe mit rechtlicher Wirkung eingetreten sei, viel-
mehr sich zunächst blos fragt, ob das EigenthumSrecht jener Vor-
manner vorausgesetzt — Kläger selbst ein solches erlangt habe; denn
hatte er dies nicht, so kann er wegen Verfolgung seines persönlichen
RechtS sich nur an seinen Kontrahenten halten.
Kläger behauptet nun aber, daß die Handlung X. et Comp, die
47 Gebind Syrup, während sie noch auf dem Transport befindlich
gewesen, dem Kaufmann A. verkauft, letzterer aber sie wieder an Klä-
ger verkauft und dadurch symbolisch übergeben habe, daß er demselben
die mit dem Vermerke des Verkaufs versehene factura der Verkl.
behandigt hatte. Abgesehen jedoch davon, daß Verkl. die auf dieser
factura befindlichen Vermerke der Handlung X. et Comp, und de-

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